Netzfundstück: Politologentrug

Auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein Text von Prof. Wolfgang Wippermann abrufbar, der auf einem Vortrag beruht, den er im März 2010 in Duisburg gehalten hat:

Politologentrug
Ideologiekritik der Extremismus-Legende

Herausgeber Friedrich Burschel schreibt in seiner Einleitung u.a.:

Dem Text «Politologentrug» von Wolfgang Wippermann liegt sein Vortrag beim Gesprächskreis «Rechtsextremismus» der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin in Duisburg am 19. März 2010 zugrunde. In Kooperation mit dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) stellten drei Wissenschaftler ihre Thesen zum «Extremismus»-Begriff zur Diskussion. Neben Professor Wippermann sprachen Stefan Kausch (Forum Kritische Rechtsextremismusforschung, Leipzig) zu «Ordnung.Macht.Extremismus. Das Konstrukt der ‹guten Mitte› und alternative Perspektiven» sowie der DISS-Mitarbeiter Jens Zimmermann zu «Wissenschaftstheoretischen Elementen einer Kritik der Extremismusforschung und Kritische Diskursanalyse als alternative Perspektive für eine kritische Rechtsextremismusforschung». Dem Gesprächskreis ging es um die Problematik des Extremismusbegriffs und seine politische Instrumentalisierung. In den zurückliegenden Monaten konnte beobachtet werden, wie der seit Jahren umstrittene und wissenschaftlich eigentlich verworfene Begriff des Extremismus fröhliche Urstände feiert und in durchsichtiger Weise instrumentell in Dienst genommen wird.

Den vollständigen Text finden Sie HIER.

Netzfundstück: Jürgen Link über das Ruhrgebiet

In der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (bsz) erschien ein Interview mit Jürgen Link. In dem Gespräch erklärt Jürgen Link, warum die Kulturhauptstadt scheitert, wieso das Ruhrgebiet keine Metropole ist, und wie Widerstand unter diesen Verhältnissen denkbar ist.

:bsz – Onlineausgabe der Bochumer Stadt- &  Studierendenzeitung

Ruhrgebiet: Keine Metropole
Jürgen Link über Kultur und Widerstand

für die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (bsz) habe ich Jürgen Link interviewt. In dem Gespräch erklärt Jürgen Link, warum die Kulturhauptstadt scheitert, wieso das Ruhrgebiet keine Metropole ist, und wie Widerstand unter diesen Verhältnissen denkbar ist.

Netzfundstück: Neue Publikation zur Rassismusforschung

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in NRW (IDA-NRW) weist auf eine interessante Neuerscheinung im Bielefelder transcript Verlag hin:

Anne Broden, Paul Mecheril (Hg.)
Rassismus bildet
Bildungswissenschaftliche Beiträge zu Normalisierung und Subjektivierung
in der Migrationsgesellschaft
Mai 2010, 294 S., kart., 28,80 €
ISBN 978-3-8376-1456-5

Aus dem Werbetext:

Rassismus bildet! Dieses Buch versammelt Studien, die sich kritisch mit der Bildungsdimension rassistischer Normalität auseinandersetzen. Rassistische Ordnungsprinzipien des machtvollen Unterscheidens wirken nicht allein als ‚äußerliche’ Verteilung von Ressourcen, sondern sind auch in dem Sinne produktiv, als sie auf Selbst-, Gegenstands- und Weltverständnisse einwirken.
Die Beiträge des Bandes untersuchen als üblich geltende – und dadurch kulturell selbstverständliche – institutionelle und interaktive Praxen der Fremd- und Selbstpositionierung in formellen und informellen Bildungszusammenhängen. Es wird gezeigt, wie die Gewöhnlichkeit solcher, an rassistische Traditionen anschließenden, Unterscheidungspraxen ihre Wirksamkeit ausmacht.

Das Buch wurde im Auftrag des IDA-NRW von Anne Broden und Paul Mecheril herausgegeben und gedruckt mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Es ist im Buchhandel erhältlich.

Einen Reader zum Thema kann man auf der Website von IDA-NRW als PDF-Datei abrufen: Fachgespräch „Rassismus bildet“. Bildungsperspektiven unter Bedingungen rassistischer Normalität, 5./6. Dezember 2008, Bonn, 199 Seiten / 749 KB .

Netzfundstück: Rezension des Schobert-Bandes

Sebastian Friedrich veröffentlichte auf der Website der Stattzeitung für Südbaden eine ausführliche Rezension des Bandes Alfred Schobert: Analysen und Essays.

Brecht bezeichnete jene Intellektuelle, die sich aus Pragmatismus an fetischisierten Sachzwängen orientierten und damit ihre politische Emanzipation aufgaben, als „Kopflanger“ der herrschenden Klasse. Bei der Betrachtung gegenwärtiger Debatten fällt auf, dass Brechts Beschreibung – nicht nur in Bezug auf Sloterdijk – aktuell ist. Mal abgesehen von der Frage, was Intellektuelle zu Intellektuellen macht, trifft sie jedoch nicht auf alle zu. Manche “Intellektuelle“ handeln wider vermeintlicher Wahrheiten, sprechen gewissermaßen gegen den Strich. Einer von ihnen war Alfred Schobert (1963-2006). Beim Unrast Verlag (Edition DISS) erschien kürzlich ein Sammelband von 30 ausgewählten Texten aus dem fulminanten Fundus von etwa 500 Veröffentlichungen Schoberts.[…]

Den vollständigen Text der Rezension finden Sie HIER: stattweb-Rezension: ‚Analysen und Essays‘ von Alfred Schobert

Netzfundstück: Wir tanzen nicht zu eurer Bolognese

DISS-Autor Nils Spilker veröffentlichte in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift analyse & kritik den Artikel

Wir tanzen nicht zu eurer Bolognese
Die Regierung der Prekarität im neoliberalen Bildungssystem

Bitte lesen Sie diesen Artikel auf dem Blog des Unrast-Verlages und kaufen sich die Zeitschrift analyse & kritik.

Von Niels Spilker erscheint demnächst in der Edition DISS:

Die Regierung der Prekarität
Niels Spilker
Die Regierung der Prekarität
Zur neoliberalen Konzeption unsicherer Arbeitsverhältnisse
Edition DISS Band 27
ISBN 978-3-89771-756-5

Netzfundstück: Diskurslinguistik

Im „Forum: Qualitative Sozialforschung“ (FQS) erschien eine interessante Rezension zum Status der Diskurslinguistik, in der auch ausführlich auf die „Kritische Diskursanalyse“ des DISS eingegangen wird.

Review Essay: Was ist der Beitrag der Diskurslinguistik für die Foucaultsche Diskursanalyse? (Rainer Diaz-Bone)

Volltext: html pdf

Gedenken

Heute vor einem Jahr überfiel der 17jährige Tim K. die Albertville-Realschule in Winnenden und erschoss 15 Menschen sowie sich selbst. Während die Region das Trauma noch längst nicht überwunden hat, gedenken manche Medien auf ihre Weise: Die Rheinische Post veröffentlicht die Top 27 der „schlimmsten Amokläufe an Schulen„. Der lokale Schwarzwälder Bote bietet dem Verschwörungstheoretiker Guido Grandt gleich in zwei Artikeln [12] ein Forum. Die unvermeidliche Bildzeitung inszeniert das Grauen auf ihrer Homepage mit einem „Minutenprotokoll“ der Tat. Darunter platziert sie ein Werbebanner: „Der Amoklauf von Winnenden – Alle News! Alle Infos! Alle Videos!“
Bildschirmfoto: bild.de 11.3.2010
Ja, so kann man den Jahrestag einer schrecklichen Gewalttat auch begehen.
Wer sich lieber differenziert mit dem Thema beschäftigen will, dem legen wir folgenden Artikel ans Herz:
Amok-Diskurse: Veranlagung, Verbrechen, psychische Krankheit?
von Rolf van Raden, In: DISS-Journal 18/2009, S. 13ff.
>> Die gesamte Ausgabe als pdf-Datei.
Wie politisch sind individuelle Gewalttaten? Wie werden sie diskursiv verarbeitet? Und welche machtförmigen Prozesse sind für ihre Interpretation verantwortlich? Diesen Fragen geht DISS-Mitarbeiter Rolf van Raden in seiner Studie „Patient Massenmorder. Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse“ nach. Das Buch analysiert die bis heute andauernde Wirkungsgeschichte eines historischen Mordfalls aus dem Jahr 1913. Es ist der Fall eines Täters, den die Presse ausgerechnet vor genau einem Jahr erneut prominent machte – nämlich als den „ersten Amokläufer von Winnenden„. Das Buch ist in der Edition DISS im Unrast Verlag erschienen und natürlich im Handel erhältlich. Weitere Informationen beim Unrast Verlag.

Netzfundstück: Deutschlandradio

Der Rundfunksender „Deutschlandradio Kultur“ sendete am 8.3.2010 in seiner Reihe „Zeitfragen“ einen Beitrag von Katja Bigalke: Politisch korrekt abgefertigt – Was man in Deutschland sagen darf. In diesem Beitrag sind auch mehrere kurze Statements unserer Mitarbeiterin Margarete Jäger enthalten.

Das Sendemanuskript finden Sie HIER als PDF-Datei

Den Mitschnitt der Sendung können Sie HIER als mp3-Datei abrufen.

Bündnisse gegen Rechts

Autor: Martin Dietzsch

Eine ganze Reihe von zivilgesellschaftlichen Bündnissen rufen zum Protest auf gegen die geplanten Demonstrationen der extremen Rechten in Duisburg-Marxloh am 27. und 28. März 2010.

Ich liste sie – so weit sie mir bisher bekannt wurden und ohne inhaltliche Wertung – auf. Bitte informieren Sie sich auf den jeweiligen Seiten. (Für Ergänzungen wäre ich dankbar. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion)

Marxloher Bündnis – Marxloh stellt sich quer!
http://marxloher-buendnis.de/

Bündnis – Duisburg stellt sich quer

http://www.duisburg-stellt-sich-quer.de/
http://twitter.com/quergestellt

Aktionskonferenz „Von Dresden nach Duisburg“
Duisburg-Marxloh, 5.-7.3.2010, Veranstalter: Linksjugend [solid] und Die Linke.SDS
http://dresdenduisburg.blogsport.de/

Emanzipatorisches Antifa-Bündnis „Rechtes Märchenland zerlegen!“
http://maerzdu.blogsport.de/

“Kein Bock auf pro NRW”
http://www.get-up.mobi/

Kampagnenhomepage für Aktionen gegen Pro NRW in Duisburg
[vermutlich initiiert von Bündnis 90/ Die Grünen, Duisburg]
http://www.dusagtnein.de/

Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
[Keine eigene Website?!]

Gegen den NPD- und PRO-Zirkus in Duisburg

Autor: Martin Dietzsch

Für das Wochenende vom 26. bis 28. März 2010 haben die rechtsradikale PRO-Bewegung und die rechtsextreme NPD1 angedroht, das Ruhrgebiet heimzusuchen. Die beiden Parteien konkurrieren miteinander um den Zuspruch der dümmsten der Dummen, um den Bodensatz des Bürgertums.

Die NPD glaubt sich bedroht von „Überfremdung, Landnahme und Unterdrückung“, die PRO-Bewegung fordert ein „Abendland in Christenhand“.

Beide wollen in Duisburg-Marxloh demonstrieren, in erster Linie gegeneinander, also für einen größeren eigenen Anteil an der Wahlkampfkostenerstattung; in zweiter Linie aber im Geiste gemeinsam gegen das Höllenstadtviertel für alle Deutschtumsbekloppten. „Gegen den NPD- und PRO-Zirkus in Duisburg“ weiterlesen

  1. oder war es andersrum? []