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DISS-Journal 35 erschienen

 
 

Die neue Ausgabe unserer Institutszeitschrift DISS-Journal ist erschienen und kostenlos als PDF-Datei abrufbar.

Stell dir vor, es ist Heimat und keiner kommt rein

Nur nicht nostalgisch werden! Ganz kurz könnte der Gedanke kommen: Was waren das für Zeiten, als die CSU-Granden noch mit „Laptop und Lederhose“ Wahlen gewinnen wollten – und nicht mit offen praktizierter Menschenfeindlichkeit.

Das wäre freilich eine romantisierende Zuschreibung. Bereits bei Strauß sollte ja rechts nur noch die Wand kommen, und Analysen zu Flucht und Asyl in den 1990er Jahren zeigten auch schon damals Zusammenhänge zwischen den Verschärfungen des Asylrechts, rassistischen Sagbarkeitsfeld- Erweiterungen sowie den Pogromen von Rostock, Mölln und Solingen.

Also alles nichts Neues? Sind Söders „Asyl-Tourismus“, Seehofers Geburtstagsfreude über Abschiebungen in Terror und Krieg, sind die Leichenberge im Mittelmeer, die durch die Kriminalisierung der Seenotrettung noch schneller wachsen, nur ein aktualisierter Ausdruck der gleichen Politik, die schon in den 1990ern die Unterkünfte brennen lies?

So einfach wollen wir es uns nicht machen. Stattdessen werfen wir u.a. einen genauen Blick auf die Kontinuitäten und Vorbilder für Alexander Dobrindts Forderung nach einer neuen „konservativen Revolution“, widmen uns den Strategien und Kämpfen in der AfD, beschäftigen uns mit den neuen deutschen Lager-Plänen und mit den Irrfahrten der zivilen Rettungsschiffe, die nicht nur bei uns ein Déjà-vu der Schande auslösen.

Die Redaktion

Inhalt:

Dobrindt, die Achtundsechziger und die neue „konservative Revolution“. Von Helmut Kellershohn.

Die Sozial- und wirtschaftspolitische Debatte innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. Von Helmut Kellershohn.

Der Richtungsstreit innerhalb der AfD am Beispiel der Bundestagsdebatte um befristete Beschäftigung. Von Eddy Scholz.

„Den sozialistischen Auftrag übernehmen, den die Linke verraten hat“. Sozialpopulismus und völkischer ‚Antikapitalismus‘: Rechte Angriffe auf die Gewerkschaften bei der Betriebsratswahl 2018. Von Tim Ackermann.

AnkER-Zentren: „Normalfall“ Lager? Die Institutionalisierung der Abgrenzung. Von Sascha Schießl, Flüchtlingsrat Niedersachsen.

Ein Déjà-vu der Schande: Evian 1938 – Brüssel 2018. Von Heiko Kauffmann.

Zur Bekämpfung des Antiziganismus heute: Bericht über eine Veranstaltungsreihe des DISS-Arbeitskreises Antiziganismus (Teil1). Von Stefan Vennmann.

Antigenderismus und antimuslimischer Rassismus in rechten Diskursen. Von Matthias Hogrefe.

Diskursatlas Antifeminismus. Von Andreas Kemper.

Unsichere Lebenslagen, Unsicherheitsbewältigung und Einstellung zu den Zuwanderungen nach Deutschland. Von Peter Höhmann.

Totgesagte leben länger. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Von Wolfgang Kastrup.

Stigmatisierung als flexible ökonomische Ressource. (Flora Cassen, Marking the Jews in Renaissance Italy). Rezension von Jobst Paul

Restriktion, Abwehr, Umschreiben: Kohls Angst vor der Geschichte. (Jacob S. Eder, Holocaust Angst) Rezension von Jobst Paul.

Die USA als carcereal state – oder: Rassismus als flexible diskursive Ressource.
(James Forman Jr., Locking Up Our Own). Rezension von Jobst Paul.

Christliche Männlichkeit und jüdische Erfahrung. (Sarah Imhoff, Masculinity and the Making of American Judaism) Rezension von Jobst Paul.

Öffentliche Debatten um Meinungsfreiheit und Medien in Deutschland. Anmerkungen zum kommenden DISS-Colloquium (23.-25.11.2018). Von Regina Wamper.

Neu: DISSLit

 

 

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