DISS-Journal Sonderausgabe AfD-Entwicklungspolitik

Die neue Sonderausgabe unserer Institus-Zeitschrift DISS-Journal ist kostenlos als PDF abrufbar.

DISS-Journal Sonderausgabe 3 (Dezember 2020)

Die Entwicklungspolitik der AfD
Ein Überblick über Programmatik, Praxis und Personal des Politikfeldes

Von Andrea Becker und Helmut Kellershohn

Die vorliegende Recherche untersucht die Positionierung der AfD und der parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung auf den Gebieten der Entwicklungspolitik und der humanitären Hilfe. Dabei schlägt sie einen Bogen von den programmatischen Grundlagen (Policy) über die parlamentarische Praxis (Politics) und die organisatorische Verfasstheit (Polity) bis zu den handelnden Akteuren (Personal). Diese Ebenen sind inhaltlich nicht deckungsgleich, nicht alles, was programmatisch festgelegt ist, findet einen Niederschlag in der politischen Praxis. Das gilt auch umgekehrt: Gerade auch im Zuge der beständig fortschreitenden Radikalisierung und der parteiinternen Spannungslinien der AfD sind Aktivitäten und Diskurse der handelnden Akteure nicht zwingend aus den niedergeschriebenen Programmatiken ableitbar. Umso wichtiger ist darum die Gesamtbetrachtung aller Ebenen. Zu diesem Zweck wurden eine Vielzahl von themenrelevanten Quellen und Literatur ausgewertet: Parteiprogrammatische Quellen (Teil 1), thematisch einschlägige Anträge aus dem Bundestag (Teil 2), öffentlich verfügbare Informationen zur DES (Teil 3), sowie Internetauftritte, Pressemitteilungen, Facebook-Profile, YouTube-Kanäle und einschlägige rechtsalternative Medien aber auch Bundestagsreden und -anfragen (Teil 4). Diese Quellenarbeit wurde ergänzt durch die Berücksichtigung diverser investigativer journalistischer Recherchen und weiterführender Sekundärliteratur.

Dabei ist, wie für jede Auseinandersetzung mit Positionen und Inhalten der AfD, die Kenntnis neurechter und populistische Strategien der Kommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit von grundlegender Bedeutung. Solche Kommunikationsstrategien sind asymmetrisch, d.h. sie wollen nicht in einen Dialog treten, keine Standpunkte austauschen, sondern Meinungen, Einstellungen, Werte oder Emotionen in einem bestimmten Sinne beeinflussen (vgl. hierzu Becker 2020, i.E.). Sie nutzen aggressive Stilmittel, Inszenierungen und Verschwörungsmythen mit dem Ziel einer größtmöglichen öffentlichen Resonanz. In der Praxis heißt das im Falle der AfD auch im hier speziell interessierenden Themenfeld, dass sich der forschende Blick auf die milieutypischen Kommunikationskanäle richten muss. Offene und substantielle Aussagen über Standpunkte und Diskurse der Partei und ihrer Akteure finden sich in affirmativ berichtenden rechtsalternativen Medien und YouTube-Kanälen. In Facebook-Feeds und Twitter-Accounts aller Parteiebenen und aller Funktionäre und Mandatsträger werden mit zum Teil großer öffentlicher Resonanz Themen gesetzt, Inhalte verbreitet und provokativ Aufmerksamkeit generiert. Zentraler Baustein sind Legionen von YouTube-Kanälen, die mit ungefiltertem, von kritischer Nachfrage und Einordnung ungestörtem Content – insbesondere aus den oft eigens dafür konzipierten konfrontativen parlamentarischen Auftritten – gefüllt und verbreitet werden.

INHALT

Einleitung
Teil 1: „Entwicklungspolitik nach deutschem Interesse“
I. Grundsatzprogramm 2016
II. Bundestagswahlprogramm 2017
III. Entwicklungspolitische ‚Gedankenspiele‘ im Bundestagswahlkampf 2017
IV. Europawahlprogramm 2019
V. Zwischenergebnis
Teil 2: Entschließungsanträge der AfD im Bundestag
I. Entwicklungspolitik und der Kulturkampf von rechts (hier: Christenverfolgung)
II. Die Durchsetzung von Abschiebungen
III. Kein Beitritt zum Global Compact for Migration
IV. Weltmarktkonkurrenz und Entwicklungszusammenarbeit – Die „Schwellenländer“
V. Ablehnung der Agenda 2030
VI. Entschließungsantrag zum Haushalt des BMZ 2020
VII. Rohstoffe, Entwicklungspolitik und die Zivilgesellschaft
VIII. Zwischenergebnis
Teil 3: Die Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES)
Teil 4: Politische Praxis, Personenporträts und Auslandskontakte
I. Parteiebene/Bundesfachausschuss 1
II. Politische Praxis – Politics und Personal
AK17 – Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Aktivitäten des AK17
AK 19 – Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Weitere themenrelevante Akteure
Zwischenergebnis
III. AfD im Nahen Osten
IV. Kulturkampf I: Nichtregierungsorganisationen
V. Kulturkampf II: Kolonialismus-Debatte
VI. Die Instrumentalisierung von Corona
Quellen
Literatur

DISS-Journal 40 erschienen

Die neue Ausgabe unserer Institutszeitschrift DISS-Journal ist erschienen und kostenlos als PDF-Datei abrufbar.

Das vorliegende DISS-Journal beginnt mit einer traurigen Nachricht, die vielen schon bekannt sein dürfte. Der Spiritus Rector unseres Instituts, Siegfried Jäger, ist am 16. August verstorben. In ihrem Nachruf, den wir hier abdrucken, schreiben Freund_innen und Schüler_innen: „Die grundsätzliche Veränderung der Verhältnisse, die radikale Herrschaftskritik war das, was Sigi immer Orientierung war.“ Das sollte uns Verpflichtung sein: Weitermachen!

Das neue Heft thematisiert erneut – wie das vorige – die „Corona-Krise“. Wenn man zynisch wäre, würde man sagen: ein Glück, dass es sie gibt. Nicht wenige Wahlbeobachter_ innen in den USA führen die Niederlage Trumps, die dieser standhaft leugnet, auf das Versagen seiner Regierungsarbeit in diesem Jahr zurück. Sie hat allerdings etwas sichtbar gemacht, wie Jobst Paul in seinem Beitrag schreibt, nämlich „das Ausmaß der sozialen Katastrophe vor allem der sogenannten ‚Minderheiten‘ […], aber auch, wie das schmutzige Handwerk von white supremacy damit zusammenhängt. Denn durch den Aufbruch dieser ‚Minderheiten‘ kommt das Tabuisierte nun zur Sprache – ganz ähnlich wie zuvor in der MeToo-Bewegung“. Jobst Paul nimmt das zum Anlass, einen Vorschlag zu unterbreiten, wie man den diskursiven „Werkzeugkasten des Reaktionären“ – auch unabhängig vom US-amerikanischen Kontext – analysieren könnte.

In der alltäglichen Forschungspraxis des DISS spielt die Beobachtung und Analyse reaktionärer Ideologien seit Jahr und Tag eine zentrale Rolle. Dem sind zwei Beiträge gewidmet, die die Bearbeitung der „Corona-Krise“ von Seiten extrem rechter Medien in Deutschland untersuchen (Compact Magazin, Junge Freiheit). Mit Blick auf die Demonstrationen der sogenannten „Querdenker“ einerseits, die Schwächephase der AfD andererseits sind die Argumentationsmuster von Interesse, mit denen von rechts versucht wird, Einfluss auf diese Bewegung zu gewinnen bzw. das Wähler_innen-Reservoir der AfD zu stabilisieren und zu erweitern.

Gegen Verschwörungsmythen, wie sie etwa durch das Compact Magazin verbreitet werden, zu argumentieren, ist notwendig, enthebt aber nicht der Aufgabe, staatliche Maßnahmen kritisch zu hinterfragen, die zu einer möglichen Implementation einer technokratisch angelegten „umfassenden Kontrollstruktur über die Corona-Krise hinaus“ führen könnte. Guido Arnold geht dem in seinem zweiten Beitrag zum „Corona-Solutionismus“ (vgl. DISS-Journal 39) aus der Perspektive eines „linken Skeptizismus“ nach.

Was gibt es sonst noch im neuen DISS-Journal zu lesen (neben den immer anregenden Rezensionen). Tom Thümmler beschäftigt sich mit der rechtsökologischen Zeitschrift „Die Kehre“. Helmut Kellershohn analysiert zwei markante Bücher, die die Spannweite sozialpolitischer Konzepte in der Neuen Rechten widerspiegeln. Wolfgang Kastrup wendet sich der neueren Debatte über „Klasse und Klassenkampf “ zu. Ismail Küpeli kritisiert den offiziellen türkischen Nationalismus und Lea Kristin Kleinsorg zeigt in einem aufschlussreichen Artikel Zusammenhänge zwischen britischem Kolonialismus und der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in Kenia auf. Mit dem Artikel weisen wir zugleich voraus auf den UN-International Day of Zero Tolerance for Female Genital Mutilation am 6. Februar 2021. (Vgl. Resolution adopted by the General Assembly on 20 December 2012, https://www.un.org/en/ga/search/view_doc. asp?symbol=A/RES/67/146). In diesem Zusammenhang bitten wir auch um Aufmerksamkeit für die letzte Seite unseres Journals: Statt der gewohnten ‚Fundstelle‘ findet sich dort eine künstlerische Stellungnahme der Künstlerin Anna Lisa Kleinsorg zum Thema.

Abschließend: Wir bedanken uns bei Jürgen Link, dass er uns seinen Nachruf auf Siegfried Jäger aus der kultuRRevolution zur Verfügung gestellt hat.

Helmut Kellershohn

 

Inhalt:

3 „ … ALS OB EIN DIKTATOR DIE BÜHNE RÄUMT …“

4 ZUM TODE UNSERES FREUNDES SIEGFRIED JÄGER (1937-2020)

5 GEGEN DEN STRICH

6 AUS DEM INSTITUT

8 VON DER DISKURSPIRATERIE ZUM ‚REAKTIONÄREN WERKZEUGKASTEN‘

11 CORONA-SOLUTIONISMUS

15 VERSCHWÖRUNGSMYTHEN UND FEINDBILDER IM COMPACT MAGAZIN WÄHREND DER CORONA-KRISE

18 DIE INSTRUMENTALISIERUNG DER COVID-19-PANDEMIE VON RECHTS

22 DIE SCHAFFUNG DER TÜRKISCHEN NATION DURCH DISKURSIVE EXKLUSION UND PHYSISCHE VERNICHTUNG

24 OTHERING UND WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNGEN

28 ZWISCHEN NATURFETISCHISMUS UND ÖKONOMISCHEM KONFORMISMUS

32 „DIE CORONA – GESELLSCHAFT“

36 SOLIDARISCHER PATRIOTISMUS VS. AUTORITÄRER LIBERALISMUS

41 KLASSE UND KLASSENKAMPF – LÄNGST ÜBERHOLTE BEGRIFFE?

45 LÜTTEN KLEIN

46 EINE MORALPHILOSOPHISCHE NS-ANALYSE AUF ABWEGEN

48 NEUER FASCHISMUS? DER AUFSTIEG DER RECHTEN IN ITALIEN

51 „NICHTS IST, WIE ES SCHEINT. ÜBER VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN“

55 NEUERSCHEINUNG IN DER EDITION DISS: ENTFREMDUNG – IDENTITÄT – UTOPIE

56 „VULVA-TAPETE“ LINOLSCHNITT (2020)

 

DISS-Journal Sonderausgabe Antisemitismusforschung erschienen

Die Sonderausgabe 1 der Institutszeitschrift des DISS ist erschienen und kostenlos als PDF abrufbar.

Es handelt sich um eine Sonderausgabe zum Thema Antisemitismusforschung und enthält einen Text von DISS-Mitarbeiter Jobst Paul in deutscher und in englischer Sprache.

 

Jobst Paul:
Bedingt abwehrbereit.
Antisemitismusforschung zwischen Formelkompromissen und der Verstrickung in die christliche Schuldfrage.
Ein Protest.

In vielen Bereichen der Diskriminierung konnte in den vergangenen Jahren mehr Bewusstsein geschaffen werden, u.a. durch engagierte Forscherinnen und Forscher. Die antisemitische Radikalisierung der vergangenen Jahre wirft daher umgekehrt die Frage nach dem Stellenwert der (deutschen) Antisemitismus-Forschung auf. Der Artikel identifiziert methodische und ideologische Defizite. Zum Beispiel lässt die Fixierung weiter Teile der Forschung auf die Innenschau des Antisemitismus die Betroffenen unsichtbar bleiben. Die Geschichte der christlichen Diskreditierung des Judentums wird zwar oft formal angeführt, aber zugunsten fragwürdiger Rassismus-Thesen ausgeblendet. Da auf diese Weise die Schubkräfte des Antisemitismus unangetastet bleiben, wird ein entschiedener Perspektivwechsel eingefordert. Erst wenn die engagierten Lehrinhalte des Judentums, u.a. zu Gleichheit, zu Gerechtigkeit, zur Nächstensorge und zur Bildung, in den Mittelpunkt gerückt werden, wird das Ausmaß des christlichen Unrechts sichtbar, diese Inhalte aus Machtgründen zu diskreditieren, oder – wie bis heute im Fall der ‚Nächstenliebe‘ – sogar noch für sich zu reklamieren, um sie danach zu verwässern. Der Artikel versteht sich als Protest gegen eine Forschung, die die beschriebenen Schritte noch immer scheut und so letztlich den Antisemitismus lediglich verwaltet.

Jobst Paul:
Not fit for the fight.
Anti-Semitism research between superficial compromises ans entanglement in the question of Christian guilt.
A Protest.

More awareness has been raised in many areas of discrimination in recent years, not least by dedicated researchers. The anti-Semitic radicalization of the past few years therefore raises the question of the role of (German) anti-Semitism research. The article identifies methodological and ideological deficits. For example, the fixation of research on the ‘inside view’ of anti-Semitism leaves those affected by anti-Semitism invisible. The history of the Christian discrediting of Judaism is often hinted at formally, but is then dropped in favour of questionable racism theses. As this leaves the thrust of anti-Semitism untouched, a decisive change in perspective is called for. Only when the social ethical teachings of Judaism, concerning (a. o.) equality, justice, charity and education, are put into focus the nature of Christian injustice becomes visible, namely to discredit these teachings for reasons of power, or – as has been the case in the case of ‘charity’ – even to occupy and then dilute it. The article considers itself to be a protest against a research that still shies away from the steps described and thus ultimately is just sitting out anti-Semitism.

DISS-Journal 39 erschienen

Die Ausgabe 39 unserer Institutszeitschrift DISS-Journal ist erschienen und kann kostenlos als PDF-Datei abgerufen werden.

 

 

 

DISS-Journal 39, Juni 2020

Das neue DISS-Journal wartet mit zwei Überraschungen auf. Es ist umfangreicher als gewohnt und auch das Outfit ist neu gestaltet. Wir haben mit vereinten Kräften versucht, die Zeit des Home-Office produktiv zu nutzen. Damit sind wir beim Thema. Am Corona-Virus kommt keiner vorbei …

Manche sprechen von dem Virus als von einem Schwarzen Schwan, einem seltenen und höchst unwahrscheinlichen Ereignis. Das ist Covid-19 genauso wenig wie ein „externer Schock“, der gewissermaßen wie ein Blitz aus heiterem Himmel in die gesellschaftlichen Prozesse fährt. Betrachten wir die zoonotische Pandemie doch eher als einen Indikator für die zunehmende Rückwirkung kapitalistisch geprägter Produktions- und Lebensweisen weltweit auf die äußere wie innere Natur. Sie enthüllt zudem bereits bestehende systemische Antagonismen, die nun bei der Bearbeitung der „Corona-Krise“ in sozialer, ökonomischer und politischer Hinsicht zutage treten. Und schließlich: Die Krise wird möglicherweise die Antagonismen und bestehende Krisentendenzen weiter verstärken und zugleich die Prozesse beschleunigen, mit deren Hilfe sich die ökonomischen und politischen Eliten die Lösung erhoffen (z.B. Digitalisierung).

Das vorliegende DISS-Journal thematisiert zwei Aspekte der „Corona-Krise“: zum einen die geplante Einführung der „Corona-Warn-App“ in Deutschland, die umstritten ist (z.B. fordern die GRÜNEN und die LINKE eine gesetzliche Grundlage) und hier in einem prononcierten Artikel kritisiert wird; zum anderen die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit ihren problematischen Auswirkungen. Zwei weitere Artikel lenken die Aufmerksamkeit auf das brisante Thema der Migration, das in den Zeiten von Corona in den Hintergrund gedrängt wurde. Wie immer richtet das DISS-Journal auch den Blick nach rechts. Zwei kleinere diskursanalytische Studien runden dieses Heft ab, und last not least empfehlen wir die Lektüre des Rezensionsteils. Ein Wunsch zum Schluss: Bleiben Sie gesund. (H.K.).

 

Inhalt

Die „freiwillige“ Corona-App
vom Autor*innen-Kollektiv capulcu

„We are Human! – I am not Animal!“
ANMERKUNGEN ZU GRENZE UND MIGRATION IM KONTEXT DES KLIMAWANDELS
von Thomas Müller

Im Zweifel restriktiv
DER MIGRATIONS- UND FLUCHTDISKURS DER FAZ IM JUNI UND JULI 2019
von Fabian Marx

Mediale (Ent-)Politisierung?
ERGEBNISSE EINER KRITISCHEN DISKURSANALYSE ZUR DARSTELLUNG DER MOTIVATION ZWEIER GEWALTTATEN ANFANG 2019 IN PRINTMEDIEN
von Laura Schäfers

Die Wirkmächtigkeit von Diskursen
WIE DER AUSHANDLUNGSPROZESS UM DIE (IL)LEGITIMITÄT EINES KUNSTWERKS EINEN STADTTEIL VERÄNDERT
von Junus el-Naggar, Araththy Logeswaran und Deniz Greschner

Weniger Arzt im künstlich intelligenten Gesundheitssystem
DIGITALISIERUNG MIT NEBENWIRKUNGEN
von Guido Arnold

Der »Kampf gegen das Auto«
zur »Deindustrialisierung Deutschlands« im Auftrag der »Wall Street«
von Tim Ackermann

„Atomwaffendivision“
RECHTSEXTREME TERRORORGANISATION WILL EINEN „RASSENKRIEG“ INITIIEREN UND DIE „NATÜRLICHE ORDNUNG“ HERSTELLEN
von Raimond Lüppken

Ruhrkampf 1920
von Mark Haarfeldt

Resilienz im Krisenkapitalismus
REZENSION VON WOLFGANG KASTRUP

Ein Gigant der Philosophie: Georg Wilhelm Friedrich Hegel
„DER PHILOSOPH DER FREIHEIT“
REZENSION VON WOLFGANG KASTRUP

Rechte Wörter – Von Abendland bis Zigeunerschnitzel
REZENSION VON LENARD SUERMANN

„Anständige Mädchen“ und „selbstbewusste Rebellinnen“
AKTUELLE SELBSTBILDER IDENTITÄRER FRAUEN
REZENSION VON LEROY BÖTHEL

Kaiser und Sultan. Zwischen Orient und Okzident
Eine Ausstellung des Badischen Landesmuseums
VON ANTON MAEGERLE

Der römische Coup der Verfassungsväter
REZENSION VON JOBST PAUL

Tierschutz und Judentum
REZENSION VON JOBST PAUL

Gerrymanders in Virginia
REZENSION VON JOBST PAUL

DISS-Journal 38 erschienen

Die neue Ausgabe unserer Institutszeitschrift DISS-Journal ist erschienen und kostenlos als PDF-Datei abrufbar.

Nach den Wahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen und unter Berücksichtigung der derzeitigen Wahlprognosen bezüglich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt muss man feststellen, dass sich die AfD in Ostdeutschland als zweitstärkste Partei etabliert hat. Das gilt mit Einschränkung: Der Organisationsgrad der AfD ist relativ niedrig und der Anteil der Protestwähler vor allem aus dem Sektor der bisherigen Nichtwähler_innen recht groß. In Thüringen gaben laut Infratest dimap rund 50 Prozent der AfD-Wähler_innen an, dass sie die Partei aus Überzeugung gewählt hätten, was die FAZ zu dem Schluss kommen lässt, dass „in diesen Kreisen ein mehr oder weniger geschlossenes rechtsextremes Weltbild zu vermuten“ sei (FAZ v. 29.10.2019, S. 8). Das ist beängstigend, zeigt aber, dass mit Blick auf die andere Hälfte der dort zu vermutenden Unzufriedenheit durchaus noch mit einer überzeugenden Politik begegnet werden kann, zumal die Linke in Thüringen gezeigt hat, dass auch sie in der Lage ist, Nichtwähler_innen für sich zu gewinnen. Sie hat aber auch Wechselwähler_innen von den anderen Parteien angezogen, am meisten sogar von der CDU. Das zeigt, dass ein konservativeres Auftreten, wie es durch Bodo Ramelow verkörpert wird, durchaus nicht von Schaden sein muss. [H.K.]

 

Inhalt:

Der „Flügel“ steht auf
Programmatische Vorstöße in Björn Höckes Kyffhäuserrede 2019
Stefan Rath

Der Verfall des Bildungssystems als Chiffre für den Untergang der Nation
Anmerkungen zur Bildungskritik von Josef Kraus
Kim Kemner

Fachwerkromantik aus Stahlbeton
Zum Architekturverständnis der Neuen Rechten am Beispiel der Zeitschrift CATO
Dirk Dieluweit

Neoliberalismus und rechtspopulistische Ideologie am Beispiel Alice Weidels
Markus Gante

Gemeinwohlorientierung
Das Dilemma der Kommunen am Beispiel von Mülheim an der Ruhr
Peter Höhmann

Fukuyama über Identitätspolitik:
Sehnsucht nach Anerkennung
Rezension von Wolfgang Kastrup

„Was ist Emanzipation?“
Zur Geschichte und Aktualität eines politischen Begriffs
Rezension von Wolfgang Kastrup

Die Gesellschaft des Zorns
Rezension von Dirk Diluweit

Kunst und Holocaust – als deutsches und angelsächsisches Thema
Rezensionen von Jobst Paul

Das kolonialistische Narrativ und die NS-Propaganda
Rezension von Jobst Paul

Fundstück: Wohnungsnot

DISS-Journal 37 erschienen

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Hegemoniekrise und autoritäre Entsprechungen

Der Neoliberalismus als Regulationsform des Kapitalismus befindet sich im Krisenmodus. Rechtspopulistische und nationalistische Parteien und Bewegungen fordern als Konsequenz autoritäre Antworten, nicht nur in der Flüchtlingspolitik. Die Wahlen zum Europaparlament haben gezeigt, dass ihre chauvinistischen Erklärungen der Krise bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Gleichzeitig ist zu sehen, dass traditionelle Volksparteien große Teile ihrer Wählerbasis verloren, sie ihre Glaubwürdigkeit bei vielen Menschen eingebüßt haben. Der rechte und nationalistische Diskurs hat in den letzten Jahren immer mehr an Stärke gewonnen und Eingang in nationale wie europäische Institutionen gefunden. Krisen werden zunehmend autoritär bearbeitet, was sich u.a. gegenüber der griechischen Syriza-Regierung und der Bevölkerung gezeigt hat. Im Kampf gegen eine zunehmende Anzahl von Flüchtlingen in Europa, im Kampf gegen einen islamistischen Terror und gegen eine Weltsituation, die zunehmend unsicherer und viele Menschen ratloser macht, weil alte Gewissheiten nicht mehr vorhanden sind, betont das „Europäische Staatsapparate-Ensemble“ (Lukas Oberndorfer), dass Lösungen nicht national, wie es die rechtspopulistischen Parteien fordern, sondern nur auf europäischer Ebene erfolgreich sein können: europäisches Grenzregime, europäische Sicherheitspolitik, ja sogar der Aufbau einer europäischen Armee. Autoritäre Antworten, um der Krise zu begegnen. Allerdings gibt es dabei Konflikte und Kämpfe um die jeweiligen nationalen Beteiligungen und Finanzierungen. Während im Bereich der Ökonomie weitere Integrationen eher nicht erwünscht sind, werden sie im sozialen Bereich deutlich abgelehnt. Autokratische Potentaten, nicht nur in Europa, machen sich daran, demokratische Errungenschaften ab- und rechtsstaatliche Ordnungsstrukturen umzubauen. Dabei geht es auch um das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus.

 

Inhalt:

„An allem sind die Ausländer schuld…“
Rechtspopulistische Kontinuitäten und Brüche aktueller Fremdheitsbilder
Thomas Kunz

Das Europabild der AfD
Helmut Kellershohn

Mit Marx für die ‚Volksgemeinschaft‘?
Über das wundersame Interesse neurechter Vordenker an Marx
Helmut Kellershohn

Der Mueller-Report: Zwischen Ernüchterung, Entsetzen und Realpolitik
Jobst Paul

Warten auf die nächsten Seifenblasen –
Großbritannien vor der Europawahl
Robert Tonks

Menschenrechte und Humanität sind nicht verhandelbar:
„Ist der Geburtstag des Grundgesetzes Anlass zum Feiern?“
Heiko Kauffmann

Geschlechterverhältnis und Kapitalismus
Alex Demirovic‘ Plädoyer für ein klassenpolitisches Verständnis des multiplen Herrschaftszusammenhangs
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup
(Demirovic, Alex 2018: Das Geschlechterverhältnis und der Kapitalismus. Plädoyer für ein klassenpolitisches Verständnis des multiplen Herrschaftszusammenhangs)

Ein gewählter Diktator
Eine Rezension von Jobst Paul
(Ryan Alford: Permanent State of Emergency: Unchecked Executive Power and the Demise of the Rule of Law)

Elitärer Populismus
Eine Rezension von Jobst Paul
(Nicole Hemmer: Messengers of the Right. Conservative Media and the Transformation of American Politics.)

Wie stoppt man Demagogen?
Oder: Ist Rhetorik für Demagogie verantwortlich?
Eine Rezension von Jobst Paul
(Patricia Roberts-Miller: Demagoguery and Democracy)

DISS-Kolloquium 2019
Entfremdung, Identität und Utopie

Der Mensch. Die Pflanze.
Das DISS auf der Bundesgartenschau 2019

DISS-Journal 36 erschienen

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Nach Chemnitz:

Die Ereignisse von Chemnitz sind ein Signal. Sie verweisen auf die spektren- und milieuübergreifende Mobilisierungsfähigkeit der rechtspopulistischen und extrem rechten Kräfte in diesem Lande. Sie demonstrierten den Schulterschluss zwischen ‚besorgten‘ Bürgern, Anhängern und Mitgliedern von AfD, NPD, den Republikanern, Neonazis aus der Kameradschaftszene, aus den Parteien „Die Rechte“ und „Der dritte Weg“, aus dem Kreis rechtsextremer Hooligans und der Rechtsrock- und Kampfsportszene sowie Pegida-Anhängern und Aktivisten der Identitären Bewegung. Und sie zeugten ein weiteres Mal von der Halbherzigkeit der staatlichen Organe, von der Polizeiführung bis hin zu Teilen der sächsischen Landesregierung, im Umgang mit extrem rechten Auftritten und Artikulationen.

 

 

Inhalt:

Nach Chemnitz: Gaulands Visionen
Von Helmut Kellershohn

Hütchenspiele der AfD im NRW-Landtag
Eine DISS-Arbeitsgruppe untersucht rhetorische Strategien von AfD-RednerInnen.
Von Jobst Paul

Anmerkungen zur Kulturpolitik der AfD
Von Sandra Schaffarczik

Humanitärer Schiffbruch
Mit der »Aquarius« ist das letzte zivile Rettungsschiff vom Mittelmeer verschwunden. Erleben wir das Ende der Seenotrettung?
Von Fabian Hillebrand

»…niemand soll es mitbekommen«
Die Abwesenheit von Rettern könnte für geringere Todeszahlen sorgen – in der Statistik
Von Fabian Hillebrand

Fünf Jahre nach Lampedusa: Liquidation der Seenotrettung
Von Heiko Kauffmann

Zur Bekämpfung des Antiziganismus heute
Bericht über eine Veranstaltungsreihe des DISS-Arbeitskreises Antiziganismus (Teil2)
Von Stefan Vennmann

Biografie und Werkentwicklung
Michael Heinrichs erster Band seiner Karl-Marx-Biografie
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup

Eliten gefährden Demokratie
„Die Abgehobenen“ – ein neues Buch des Elitenforschers Michael Hartmann
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup

Wie funktioniert das Soziale?
Eine Einführung in die Sozialphilosophie von Rahel Jaeggi und Robin Celikates
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup

Der NS – ein Kulturbruch? Eine weiterhin bange Frage
Eine Rezension von Jobst Paul

Moralische Verletzung als moralische Macht
Eine Rezension von Jobst Paul

Terrorismus und Gehorsam
Eine Rezension von Jobst Paul

Normalismus und Antagonismus in der Postmoderne
Von Jürgen Link

Handlungsfähigkeit zurückgewinnen
Jobst Paul legt Leitfaden zur Analyse der Rhetorik der Herabsetzung vor

DISS-Journal 35 erschienen

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Stell dir vor, es ist Heimat und keiner kommt rein

Nur nicht nostalgisch werden! Ganz kurz könnte der Gedanke kommen: Was waren das für Zeiten, als die CSU-Granden noch mit „Laptop und Lederhose“ Wahlen gewinnen wollten – und nicht mit offen praktizierter Menschenfeindlichkeit.

Das wäre freilich eine romantisierende Zuschreibung. Bereits bei Strauß sollte ja rechts nur noch die Wand kommen, und Analysen zu Flucht und Asyl in den 1990er Jahren zeigten auch schon damals Zusammenhänge zwischen den Verschärfungen des Asylrechts, rassistischen Sagbarkeitsfeld- Erweiterungen sowie den Pogromen von Rostock, Mölln und Solingen.

Also alles nichts Neues? Sind Söders „Asyl-Tourismus“, Seehofers Geburtstagsfreude über Abschiebungen in Terror und Krieg, sind die Leichenberge im Mittelmeer, die durch die Kriminalisierung der Seenotrettung noch schneller wachsen, nur ein aktualisierter Ausdruck der gleichen Politik, die schon in den 1990ern die Unterkünfte brennen lies?

So einfach wollen wir es uns nicht machen. Stattdessen werfen wir u.a. einen genauen Blick auf die Kontinuitäten und Vorbilder für Alexander Dobrindts Forderung nach einer neuen „konservativen Revolution“, widmen uns den Strategien und Kämpfen in der AfD, beschäftigen uns mit den neuen deutschen Lager-Plänen und mit den Irrfahrten der zivilen Rettungsschiffe, die nicht nur bei uns ein Déjà-vu der Schande auslösen.

Die Redaktion

Inhalt:

Dobrindt, die Achtundsechziger und die neue „konservative Revolution“. Von Helmut Kellershohn.

Die Sozial- und wirtschaftspolitische Debatte innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. Von Helmut Kellershohn.

Der Richtungsstreit innerhalb der AfD am Beispiel der Bundestagsdebatte um befristete Beschäftigung. Von Eddy Scholz.

„Den sozialistischen Auftrag übernehmen, den die Linke verraten hat“. Sozialpopulismus und völkischer ‚Antikapitalismus‘: Rechte Angriffe auf die Gewerkschaften bei der Betriebsratswahl 2018. Von Tim Ackermann.

AnkER-Zentren: „Normalfall“ Lager? Die Institutionalisierung der Abgrenzung. Von Sascha Schießl, Flüchtlingsrat Niedersachsen.

Ein Déjà-vu der Schande: Evian 1938 – Brüssel 2018. Von Heiko Kauffmann.

Zur Bekämpfung des Antiziganismus heute: Bericht über eine Veranstaltungsreihe des DISS-Arbeitskreises Antiziganismus (Teil1). Von Stefan Vennmann.

Antigenderismus und antimuslimischer Rassismus in rechten Diskursen. Von Matthias Hogrefe.

Diskursatlas Antifeminismus. Von Andreas Kemper.

Unsichere Lebenslagen, Unsicherheitsbewältigung und Einstellung zu den Zuwanderungen nach Deutschland. Von Peter Höhmann.

Totgesagte leben länger. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Von Wolfgang Kastrup.

Stigmatisierung als flexible ökonomische Ressource. (Flora Cassen, Marking the Jews in Renaissance Italy). Rezension von Jobst Paul

Restriktion, Abwehr, Umschreiben: Kohls Angst vor der Geschichte. (Jacob S. Eder, Holocaust Angst) Rezension von Jobst Paul.

Die USA als carcereal state – oder: Rassismus als flexible diskursive Ressource.
(James Forman Jr., Locking Up Our Own). Rezension von Jobst Paul.

Christliche Männlichkeit und jüdische Erfahrung. (Sarah Imhoff, Masculinity and the Making of American Judaism) Rezension von Jobst Paul.

Öffentliche Debatten um Meinungsfreiheit und Medien in Deutschland. Anmerkungen zum kommenden DISS-Colloquium (23.-25.11.2018). Von Regina Wamper.

Neu: DISSLit

 

DISS-Journal 34 erschienen

Die Ausgabe 34 der Institutszeitschrift des DISS ist erschienen. Wie immer können Sie das DISS-Journal kostenlos als PDF-Datei herunterladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Renaissance des Nationalismus

Die AfD sitzt mit 94 Abgeordneten im neu gewählten Bundestag. Ihre Fraktion ist die drittgrößte im Parlament. Frauke Petry ist aus der Partei ausgetreten und Björn Höcke soll rehabilitiert werden. Höcke und seine Weggefährten wollen eine neue völkische Bewegung, so das Urteil von Helmut Kellershohns Redeanalyse in dieser Ausgabe. Weitere Themen sind die menschenrechtswidrige Flüchtlingspolitik der EU und die damit einhergehenden katastrophalen Zustände in libyschen Flüchtlingslagern.

Mit Blick auf die inzwischen praktizierten Gedenkstättenbesuche für Geflüchtete kommentiert Burak Yilmaz die Fallstricke einer Ethnisierung der Erinnerungskultur und plädiert für einen Perspektivwechsel: Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Außerdem im DISS-Journal: Ein Stück Zeitgeschichte. Jobst Paul erinnert an Helmut Kohl und einen längst vergessenen Skandal.

 

Inhalt:

Kampf um die Intelligenz
Anmerkungen zum neurechten Magazin CATO
Von Helmut Kellershohn

Der „neue Führer“ spricht
Anmerkungen zur Dresdner Rede Björn Höckes
Von Helmut Kellershohn

Gedenkstättenfahrten als „Integrationshelfer“?
Von Burak Yilmaz

„Schande über Dich, Europa!“ – „Shame on you, Europe!“
Von Heiko Kauffmann

Entstehung der sozialen Marktwirtschaft – detailliert rekonstruiert
Eine Rezension von Anton Meier

Imperiale Lebensweise“
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup

Business As Usual – Krise der kapitalistischen Produktionsweise
Eine Rezension von Wolfgang Kastrup

Rezensionen:
Sklavenhandel: Eine Fallstudie
Feministischer Anarchismus
Sind die Menschenrechte eurozentrisch?

In Memoriam Helmut Kohl
„…man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen…“
Wie Helmut Kohl vor über 30 Jahren mit einem ‚Goebbels-Gorbatschow-Vergleich‘ (die falsche) Weltgeschichte machte.
Von Jobst Paul

Interkulturelle Weichspülung
Von Jobst Paul

 

DISS-Journal: Sonderdruck zur Seenotrettung Geflüchteter im Mittelmeer

Heiko Kauffmann schreibt im neu erschienenen Sonderdruck des DISS-Journals zu der jüngsten Entwicklung bei der Seenotrettung Geflüchteter im Mittelmeer. Er ist Mitbegründer und war langjähriger Sprecher von PRO ASYL sowie ehemaliger Inlandsreferent von terre des hommes. Er fördert und unterstützt SOS MEDITERRANEE seit Gründung der Initiative.

„Zehntausende von Flüchtlingen begaben sich nicht auf die Flucht oder ertranken im Mittelmeer, weil Schlepper ihr Leid ausnutzten und sich an ihrem Elend bereicherten; sie gerieten in Lebensgefahr oder ertranken, weil kein EU-Staat bereit war, sie legal einreisen zu lassen, sie aufzunehmen und sich ernsthaft und nachhaltig mit ihren Fluchtgründen auseinanderzusetzen. […]

Eurozentrismus und institutioneller europäischer Rassismus siegen über Menschlichkeit. In der Geringschätzung von Menschenleben, der billigenden Inkaufnahme des Todes von Flüchtlingen, manifestiert und offenbart sich die politische und moralische Signatur Europas im frühen 21. Jahrhundert.“

Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Heiko Kauffmann im Sonderdruck des DISS-Journals September 2017, den Sie hier kostenlos als PDF-Datei abrufen können.