Vortrag von Helmut Kellershohn am 14.11. in Kassel

DISS-Mitarbeiter Helmut Kellershohn spricht in der Volkshochschule Kassel zum Thema Die Neue Rechte

Helmut Kellershohn
Helmut Kellershohn

Donnerstag 14.11.2019 Uhrzeit: 18 – 20 Uhr
Kassel, Volkshochschule, Saal
Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel
Kursnr.: X1057, Kosten: 5,00 €

 

Seit längerem schon ist der Begriff „Neue Rechte“ in der öffentlichen Diskussion. Die damit bezeichnete Bewegung ist seit ihren Anfängen in den sechziger Jahren angetreten, den Rechtsextremismus zu „reformieren“. Ihre politischen Ideen haben sich im Laufe der Zeit gewandelt, und auch die Personal- und Organisationsstrukturen veränderten sich. Was also ist die „Neue Rechte“ heute?

Helmut Kellershohn ist Gründer und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zu vielen Aspekten des Rechtsextremismus vorgelegt und ist als Referent bei Bildungseinrichtungen, Parteien und Gewerkschaften tätig.

Zentral in Kellershohns Forschung sind seine vielbeachteten Studien zum Völkischen Nationalismus der Neuen Rechten.

 

Kooperationspartner:
Arbeit und Leben, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Evangelisches Forum, Gedenkstätte Breitenau, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Gegen Vergessen für Demokratie e.V., Sara-Nussbaum-Zentrum, Stolpersteine e.V., Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

 

(Für den Vortrag ist keine Anmeldung nötig. Die Gebühr ist am Vortragsabend bar zu zahlen.)

Buchvorstellungen (So, 3.11.) – Edition DISS auf der Linken Literaturmesse Nürnberg

Freitag, 1.11.2019 – Sonntag, 3.11.2019
Die Edition-DISS findet sich während der ganzen Linken Literaturmesse Nürnberg am Stand des Unrast-Verlages.

Sonntag 3.11.
Wir stellen unsere Neuerscheinungen vor…

Sonntag, 3.11., 13:00 Uhr, Freiraum
Benno Nothardt und Helmut Kellershohn stellen vor:
Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien
Im Spannungsfeld von Hate Speech, Fake News und Algorithmen
Die politische Kultur ist in einen Kampf um Meinungsfreiheit und mediale Wahrheit verwickelt. Während die einen den Medien weiterhin Unabhängigkeit und Objektivität bescheinigen, wird ihnen von anderen »Lügenpresse«, »Political Correctness« und »Fake News« entgegengeschleudert. Die Autor*innen dieses Bandes untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den umkämpften Begriff im Spannungsfeld von extremer Rechten, Leitmedien und Digitalisierung.

-> Linke Literaturmesse  Nürnberg

Sonntag, 3.11., 14:00 Uhr, Freiraum
Helmut Kellershohn stellt vor:
Zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘
Sozial- und wirtschaftspolitische Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der neuen Rechten.
Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten und unterzieht diese einer kritischen Analyse. Die Beiträge berücksichtigen dabei drei Dimensionen: die Ebene der Akteure, die die Debatte bestimmen; konkrete Themenfelder, in die mit Konzepten interveniert wird; und die jeweiligen ideologiepolitischen Perspektiven und deren Verortung im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und völkischem ›Antikapitalismus‹.

-> Linke Literaturmesse  Nürnberg

Buchvorstellung (Berlin 4.+7.10.): Wie sozial ist die AfD?

Wie sozial ist die AfD?
Buchvorstellung & Diskussionsveranstaltung

Nicht erst nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen stellt sich die Frage, warum auch Arbeitnehmer* innen, Arbeitslose und ALGII- Empfänger* innen diese Partei wählen? Welche wirtschafts- und sozialpolitischen Positionen vertritt diese neue Rechtsaußenpartei eigentlich? Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der sozialund wirtschaftspolitischen Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. Mitherausgeber Helmut Kellershohn, Historiker und Rechtsextremismusexperte vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS), wird das Buch vorstellen und die wirtschafts- und sozialpolitischen Positionen einer kritischen Analyse unterziehen.

Freitag, 4.10. 2019 19.00 Uhr
Buchladen & Antiquariat Fürstenwerder
Berliner Straße 4, 17291 NWU

Montag, 7.10. 2019 20.00 Uhr
Cafe Morgenrot
Berlin- Prenzlauer Berg
Kastanienallee 85, 10435 Berlin

DISS Jahreskolloquium 2019

DISS-Kolloquium 2019: Entfremdung, Identität und Utopie

Akademie Frankenwarte Würzburg (22.11.-24.11.2019)

Das diesjährige Kolloquium des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (Tagungsort: Akademie Frankenwarte, Würzburg, 22.-24. November 2019) ist der Trias von Entfremdung, Identität und Utopie gewidmet.

Damit werden gesellschaftstheoretische und gesellschaftskritische Fragestellungen aufgegriffen, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Das Kolloquium thematisiert die gesellschaftlichen und diskursiven Kontexte, in denen diese Fragestellungen aufgeworfen werden, und will die theoretische und politisch-praktische Relevanz dieser kategorialen Trias überprüfen.

Die Debatte um den Entfremdungsbegriff reflektiert zum einen das neue Interesse an der Marx-Lektüre, das seit der Jahrtausendwende Ausdruck der Krisenprozesse ist, die die kapitalistische „Welt“ durchziehen und nach Erklärungsmustern suchen lassen. In diesem Zusammenhang wird das Verhältnis zwischen dem „frühen“ Marx und dem Marx der „Kritik der Politischen Ökonomie“, zwischen Entfremdungskritik und der Kritik des Warenfetischismus erneut thematisiert. Zum anderen verweist der Entfremdungsdiskurs auf die individuellen Leidenserfahrungen, die den Alltag der Menschen bestimmen.

Korrespondierend zum Entfremdungsbegriff nimmt der Identitätsbegriff einen immer breiteren Raum ein in der Debatte um die Gestaltung von nichtentfremdeten Lebensverhältnissen. ‚Identität‘ (bzw. ‚kollektive Identität‘) ist zur Chiffre geworden, unter der sich unterschiedliche Gruppen formen, denen es um eine Änderung vorherrschender Lebens- und Denkweisen geht, die sich unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen herausgebildet haben. Die jeweiligen Gemeinschaftsvorstellungen, ihre Begründungen und Handlungsstrategien werden seit einigen Jahren breit und kontrovers erörtert. Auf Seiten der Linken stellt sich speziell die Frage, wie Identitäts- und Klassenpolitik zueinander stehen. Demgegenüber erheben rechtspopulistische und extrem rechte Bewegungen das „Deutsch-Sein“ (im völkischen Sinne) und das volksgemeinschaftliche Wir zum allein bestimmenden Identitätsmerkmal.

Die Diskussion zum Entfremdungs- wie auch zum Identitätsbegriff nehmen die Vorstellungen von einer anderen, besseren Welt auf. Seit Karl Mannheim und Ernst Bloch wird Utopie nicht mehr primär als ein literarisches Genre („Staatsromane“, „soziale Utopien“), sondern als eine Denkform, als „utopisches Bewusstsein“ (Karl Mannheim) betrachtet, die es für kultur- und sozialwissenschaftliche Analysen fruchtbar zu machen gilt. Gefragt wird danach, inwieweit sich Utopie von Ideologie unterscheiden lässt, sowie allgemein nach der sozialen Funktion von Utopien. Es stellt sich die Frage, inwieweit der Begriff des Utopischen geeignet ist, eine motivierende, mobilisierende und verändernde Kraft zu entfalten.

Programm

Aktuelle Konfliktlinien innerhalb der Linken. Zur falschen Entgegensetzung von Klassenpolitik und Identitätspolitik
Stefanie Graefe, Jena

Von der Entfremdungskritik zum Fetischbegriff. Karl Marx‘ gesellschaftskritische Kategorien. Deutungen und Kontroversen
Wolfgang Kastrup, Duisburg

Neuere Entfremdungstheorien bei Rahel Jaeggi, Hartmut Rosa und Axel Honneth
Marvin Müller, Münster

Identitätspolitik: Herausbildung, Deutungsformen und kollektive Bewegung
Peter Höhmann, Mülheim/R.

Identitätspolitiken: Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken
Lea Susemichel, Wien

Klassenkampf statt Diversity-Programme
Eleonora Roldán Mendívil / Bafta Sarbo, Berlin

„Die Hauptfront des zwanzigsten Jahrhunderts verläuft zwischen Identität und Entfremdung.“ Über rechte Entfremdungskritik und Identitätspolitik
Helmut Kellershohn, Duisburg

„Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ Ein Plädoyer für Mehrsprachigkeit
Jörg Senf, Rom

Utopisches Denken. Anmerkungen zum Utopie-Begriff in den Sozialwissenschaften
Marvin Chlada, Duisburg

Die Bestimmung „notwendiger Arbeit“ als Kampffeld für „revolutionäre Realpolitik“
Jutta Meyer-Siebert, Hannover

Gewalt – Autonomie – Utopie
Andreas Kemper, Münster

Anmeldungen

Akademie Frankenwarte, Würzburg, Tel.: 0931/80464-347 oder E-Mail: julia.reuss@frankenwarte.de

Workshop der Mobil-Solidaritätsakademie NRW am 10.11.2018

Workshop: Integrationspolitik als Problem: Warum Pluralismus ohne Gleichberechtigung nicht funktionieren kann

Samstag, 10. November 2018
12:30 – 17:00 Uhr

In den Räumen des Duisburger Institus für Sprach- und Sozialforschung (DISS), Siegstraße 15, 47051 Duisburg

Die Mobil-Solidaritätsakademie NRW, initiiert von Akademiker_innen für den Frieden Netzwerk in Deutschland und unterstützt vom KulturForum Köln, Tüday und der Akademie im Exil, organisiert ihren 3. Workshop, der in den Räumen des DISS in Duisburg stattfinden wird. Wir interessieren uns für politische Tendenzen türkischer und kurdischer Migranten in Deutschland sowie deren Eigensinn auf die Heimatpolitik. Wir freuen uns darauf, die Auswirkungen der Integrationspolitik auf türkisch- und kurdischstämmige Migranten mit euch zu diskutieren. Wir brauchen vielfältige Einsichten, um die Dynamik von Pluralismus, Gleichheit, Vielfalt und sozialer Gerechtigkeit zu verstehen.

Moderator: Asli Telli Aydemir
Referent_innen: Hatun Citkin und Ismail Küpeli
Hatun Citkin: „Integrationspolitik in Deutschland! Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel türkisch und kurdischer Bürger*innen“
Ismail Küpeli: „Von Bürger zweiter Klasse zum Kämpfer für das Türkentum: Wie die gesellschaftliche Diskriminierung der Deutschtürken die türkische Rechte stärkt“

DISS Colloquium 23.-25.11.2018 in Würzburg

23.-25.11.2018 in der Akademie Frankenwarte in Würzburg

Colloquium 2018: Öffentliche Debatten um Meinungsfreiheit und Medien in Deutschland

Die deutsche politische Kultur ist aktuell in einen Kampf um Meinungsfreiheit, bzw. um mediale Wahrheit verwickelt. Auffallend ist dabei, dass die Debatten mit einem hohen Maß an Binarität geführt werden.

Vor allem aus politisch rechten Spektren werden hegemonialen Medien politische Weisungen durch ein politisch linkes Establishment unterstellt. Diese Medien verzerrten die Wahrheit, beschwiegen oder entstellten sie mit Mechanismen der Zensur, mit Instrumenten der Politischen Korrektheit und der Lüge. Demgegenüber wähnt sich die rechte Presse auf der Seite der Aufklärung, der Wahrheit, der Freiheit, vor allem der Meinungsfreiheit.

Auf der anderen Seite wird formuliert, dass v.a. in Sozialen Medien Fake News zur gezielten Fehlinformation mit politischem Motiv entstehen. Diesen Fake News werden dann Real News entgegengestellt. Real News seien dementsprechend wahre Nachrichten ohne politisches Motiv, sie dienten der Aufklärung und reinen Information, seien weitgehend objektiv und neutral.

Einerseits drohen angesichts dieser binären Inszenierung tatsächliche Probleme der Medien unter den Tisch zu fallen. Wie z.B. ist es um die Sagbarkeitsräume in den Medien derzeit bestellt? Gibt es Prozeduren oder gar Routinen von Selbstzensur? Welche Effekte haben die digitalen Umstrukturierungsprozesse in der Medienlandschaft auf die Berichterstattung? Andererseits sind es genau diese Probleme, die genutzt werden, um mit dem Schlachtruf der Meinungsfreiheit reaktionäre politische Ideen durchzusetzen.

Das Colloquium wird vor diesem Hintergrund sowohl nach den Angriffen gegen hegemoniale Medien fragen, als auch die Reaktionen auf diese Angriffe analysieren. Es sollen Analysen des Status Quo und zugleich Wege eines kritischen Umgangs mit der heutigen Medienberichterstattung erarbeitet werden.

 

 

Freitag, 23.11.2018

Einführung und Problemaufriss (Regina Wamper)

1: Meinungsfreiheit als Argument der Rechten (Helmut Kellershohn)

Samstag, 24.11.2018

2: Trolling, Memes, strategische Verstärkung – Zum rechten „Kampf um die Algorithmen“ (Andrea Becker)

3: Political Correctness: Die Genese des Begriffs in Deutschland (Marc Fabian Erdl)

4: Grenzen der Kritik: Wie mediales Storytelling Gesellschaftsanalyse und-kritik erschwert (Sebastian Friedrich)

5: Debatten um Meinungsfreiheit und Medien in Deutschland oder: Fake News und Real News in Deutschland (NN)

6: Fake News und Real News in den USA (Jobst Paul)

7: Manipulationen in Zeiten der Digitalisierung. Facebook und Co. (Lars Wehring)

8: Free Speech als gesellschaftlicher Wert (Regina Wamper)

Sonntag, 25.11.2018

9: Hate Speech und die Notwendigkeit einer dualismuskritischen Perspektivverschiebung (Jennifer Eickelmann)

Podium und Plenum

Abschlussdiskussion

 

Das Seminar wird vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung gemeinsam mit der Akademie Frankenwarte in Würzburg durchgeführt. Die Teilnahmepauschale beträgt 125,00 €.

Verbindliche Anmeldung bei der Akademie Frankenwarte unter: https://www.frankenwarte.de/unser-bildungsangebot/veranstaltung.html?id=843

 

Vortragsreihe: Zur Bekämpfung des Antiziganismus heute

Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung lädt gemeinsam mit dem Zentrum für Erinnerungskultur der Stadt Duisburg ein zu einer Vortragsreihe zum Thema

Zur Bekämpfung des Antiziganismus heute.

In der Zeit vom April bis zum Juli 2018 werden acht Vorträge stattfinden. Referentinnen und Referenten sind Nicolás Brochhagen und Wolfgang Esch, Dr. Markus End, Dr. Sebastian Winter, Dr. Rafaela Eulberg, Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Joachim Krauß, Sylvia Brennemann und Merfin Demir.

Die Vortragsreihe wird in Kooperation mit dem Zentrum für  Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie durchgeführt und gefördert durch die Amadeu Antonio Stiftung und durch den AStA der Uni Duisburg/Essen.

Falls Sie eine Teilnahmebestätigung benötigen, sprechen Sie uns bitte während der jeweiligen Veranstaltung an.

Die Informationen auf dieser Seite werden laufend ergänzt und aktualisiert.

 

 

 

Feindseligkeit, stereotype Wahrnehmung und Vorurteile werden wach, wenn von „Zigeunern“ gesprochen wird. Bei diesen Ressentiments handelt es sich um Projektionen, die mit der Realität oder den realen Personen nichts zu tun haben. Sie existieren bereits seit Jahrhunderten und werden in der Wissenschaft als Antiziganismus bezeichnet. Im Nationalsozialismus wurden Sinti*ze und Rom*nija Opfer eines systematischen Völkermords. Trotzdem ist in der Gegenwart der Antiziganismus die am meisten akzeptierte Form des Rassismus. Sie trifft aktuell insbesondere Zuwander*innen aus Südosteuropa.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich mit Antiziganismus zu beschäftigen? Wie lässt sich die historische Entstehung philosophisch, sozialpsychologisch und geschlechtertheoretisch rahmen? Kann Bildung zur Aufklärung beitragen? Fördern oder verhindern behördliche Maßnahmen die Ausgrenzung? Welche Perspektive entwickelt eine Rom*nija-Selbstorganisation?

Die Vortragsreihe zielt auf eine Verbindung von Theorie und Praxis. Sie wendet sich nicht nur an Vertreter*innen aus Wissenschaft und Politik, sondern auch an Interessierte, die in Beruf und Alltag mit Antiziganismus konfrontiert sind.

 

 

 

Programm

 

Sonntag, 8.04.2018, 15 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Duisburger Geschichte(n):
Die Bürgerrechtlerin Hildegard Lagrenne und der Polizeisekretär Wilhelm Helten. Forschungsbericht
Anne Ley-Schalles, Nicolás Brochhagen, Wolfgang Esch und Robin Richterich

Eine Veranstaltung des Zentrums für Erinnerungskultur.

Anlässlich des Welt-Roma-Tags lädt das Zentrum für Erinnerungskultur (ZfE) am Sonntag, den 8. April um 15 Uhr zu einem spannenden biografischen Forschungsbericht ein. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Bürgerrechtlerin Hildegard Lagrenne und der Duisburger Polizeisekretär Wilhelm Helten. Im Mai 1940 wurde die 19- Jährige Sinteza Hildegard Lagrenne von Duisburg aus in das besetzte Polen deportiert. Für die Verfolgung der Duisburger Sinti und Roma waren Wilhelm Helten und seine Kollegen von der Kriminalpolizei verantwortlich. Hildegard Lagrenne überlebte die NS-Verfolgung und Zwangsarbeit und kehrte 1945 nach Duisburg zurück, wo ihr derselbe Kriminalpolizist eine „Wiedergutmachung“ versprach….
Wie die Geschichte dieser Begegnung anfing und endet präsentieren Wolfgang Esch und der Historiker Dr. des. Nicolás Brochhagen gemeinsam mit Anne Ley-Schalles, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZfE, als Rezitatorin. Die Veranstaltung präsentiert die neusten Rechercheergebnisse aus dem „Arbeitskreis Geschichte der Duisburger Sinti und Roma“ des ZfE.

 

Freitag, 13.04.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Dialektik der Aufklärung als Antiziganismuskritik
Dr. Markus End, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

Die deutschsprachige Antisemitismusforschung wie auch die Antisemitismuskritik eines Teils der deutschen Linken sind maßgeblich geprägt durch die „Dialektik der Aufklärung“ von Horkheimer und Adorno, insbesondere durch die Thesen zum Antisemitismus. Kaum lässt sich ein Text zum Thema finden, der sich nicht implizit oder explizit auf diese Thesen bezieht. Die sehr viel jüngere deutschsprachige Antiziganismusforschung wie auch die sich entwickelnde Antiziganismuskritik in der Linken haben sich häufig an diesen Vorannahmen und Thesen orientiert, sich auf sie bezogen oder sie modifiziert.

Im Vortrag soll diese Perspektive der Antiziganismuskritik erweitert werden, indem aufgezeigt wird, inwiefern im Text der „Dialektik der Aufklärung“ selbst, insbesondere im Kapitel zum „Begriff der Aufklärung“, bereits der Kern einer materialistischen Theorie des Antiziganismus formuliert ist. Daraus ergeben sich im Anschluss an diese Rekonstruktion weiterführende Thesen zum Verhältnis von Antisemitismus, Antiziganismus und (post-)kolonialem Rassismus.

 

Freitag, 27.04.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Verachtung und Romantisierung
Zur Sozialpsychologie der Roma-Feindlichkeit
Dr. Sebastian Winter, Inhaber der Gastprofessur für kritische Gesellschaftstheorie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Zwei Merkmale, die alle Ressentiments gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit teilen, treten an der Roma-Feindlichkeit in besonderer Deutlichkeit hervor: Erstens die Ambivalenz von Verachtung und Romantisierung gegenüber der stigmatisierten Gruppe und zweitens die Aktivität „von unten“, welche den Staat drängt, institutionelle und rechtliche Diskriminierungen auszuweiten. In der kapitalistischen Leistungsgesellschaft werden Parias benötigt, die als exkludierte „homines sacri“ verkörpern, was allen droht, wenn sie nicht selbstdiszipliniert und arbeitsam genug sind. Umgekehrt können diese als nicht-bürgerliche „Outlaws“ dadurch aber auch zum Stellvertreter eines Glücksversprechens werden. Innere und äußere Exklusionen sind homolog: Die psychoanalytische Sozialpsychologie untersucht, wie der gesellschaftliche Ausschluss sich innerpsychisch über projektive Abwehrprozessen als Gefühlsambivalenz niederschlägt und in einem Verfolgungsdrang mündet.

 

Dienstag, 15.05.2018, 17 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Das Bild der „Zigeunerin“ als Potenzierung von Stereotypen
Anmerkungen zum Wechselverhältnis von Geschlecht und Ethnie
Dr. Rafaela Eulberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Religionswissenschaft des Forums Internationale Wissenschaft der Universität Bonn.

Der Vortrag zeigt Parallelen in der diskursiven Konstruktion einer weiblichen Identität und einer spezifischen „Zigeuneridentität“ auf, als von der Norm abweichende Gruppen.
Die Konstruktion einer spezifisch weiblichen „Zigeuneridentität“ beinhaltet dabei vielfach eine Potenzierung der Konstruktion eines „zigeunerischen“ wie auch eines spezifisch weiblichen Wesens. Exemplarisch werden verschiedene Topoi der parallelen Konstruktion vorgestellt, wie die Gegenüberstellungen „saubere Kulturmenschen vs. schmutzige Naturkinder“ (Zigeuner und Frauen als naturnahe Wesen) und „religiöse Vernunft vs. magische Irrationalität“ (Zigeuner und Frauen als übersinnlich Begabte). Gemeinsam ist diesen konstruierten Gegensätzen ein gleichzeitiges Exotisieren wie auch Dämonisieren der als minderwertig angesehenen Gruppe. Die Potenzierung der Konstruktionen wird im Bild der wahrsagenden Zigeunerin wie auch der Zigeunerin als erotische femme fatale deutlich.

 

Freitag, 25.05.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Antiziganismuskritische Bildung in der national-bürgerlichen Konstellation
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal.

Der Vortrag skizziert Konturen für eine historisch reflexive Auseinandersetzung mit Antiziganismus und verortet diesen in der Geschichte der Herausbildung von bürgerlichen Nationalstaaten. Der Antiziganismus stabilisiert sich im Kontext der Nationenbildung im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert in Europa. Bürgerlichkeit und nationale Identität gehen ein Bündnis ein und grenzen diejenigen aus, die als Fremde und Abweichende adressiert werden können. Nationalismus und Rassismus verschränken sich zu einer Konstellation der Ausgrenzung und Abwertung. Parallelen und Unterschiede zum Antisemitismus lassen sich feststellen. Die Wirkung und Bedeutung der Verfolgungsgeschichte bis zum NS-Völkermord ist für ein antiziganismuskritisches Geschichtsbewusstsein zu berücksichtigen. Wie die Mechanismen des Fremdmachens bis in die Gegenwart hinein funktionieren, ist Thema des Vortrags, wobei insbesondere Bildungsinstitutionen und Integrationsmaßnahmen kritisch betrachtet werden.

 

Freitag, 08.06.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Ordnungsrecht und/oder Integration
Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien seit 2011
Joachim Krauß, AWO-Integrations gGmbH,
Arbeitsgruppenleitung Migration und Integration

Joachim Krauß wird über die aktuelle Lage der Stadt Duisburg als Brandherd antiziganistischer Stimmungsmache sprechen und dabei insbesondere die Perspektive institutioneller Integrationsangebote berücksichtigen.

 

Freitag, 22.06.2018, 14 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Ausgrenzung und Antiziganismus in Duisburg-Marxloh
Sylvia Brennemann, Kinderkrankenschwester, engagiert sich seit Jahren in ihrem Stadtteil Duisburg-Marxloh.

Der sogenannte Problemstadtteil Duisburg Marxloh landet in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen, wenn es darum geht, mit der Zuwanderung von Romafamilien mediale Stimmungsmache gegen selbige zu produzieren. Aus Sicht der Referentin handelt es sich um ein klares Ablenkungsmanöver, um von den eigentlichen Problemen, wachsende Armut, Ausgrenzung und Rassismus abzulenken. Die Referentin beschreibt in ihrem Vortrag die alltäglichen Probleme der betroffenen Romafamilien, denn noch immer ist ein Großteil der Betroffenen von staatlich existentiellen Leistungen ausgeschlossen, Tausenden fehlt noch immer der Zugang zu einer Krankenversicherung und somit zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung. Menschenwürdiger und bezahlbarer Wohnraum steht ihnen zumeist nicht zur Verfügung, noch immer fehlen hunderte Schulplätze.
Die Kinderkrankenschwester Sylvia Brennemann lebt in Marxloh und engagiert sich seit Jahren im Stadtteil u.a. im Petershof und in der Praxis für Menschen ohne Krankenversicherung, die im Petershof angesiedelt war. Ihre politische Forderung nach gleichen Rechten für alle stösst vor allem im örtlichen Rathaus auf großen Widerstand. Sylvia Brennemann dazu: „Die Vertreibungs- und Verdrängungsversuche seitens der Stadt zementieren eine humanitäre Katastrophe, der soziale Frieden im Stadtteil ist massiv gefährdet.“

 

Donnerstag, 05.07.2018, 18 Uhr, DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5
Antiziganismus, Kolonialismus, Neoliberalismus – eine Analyse aus Sicht einer Selbstorganisation
Merfin Demir, Vorsitzender der interkulturellen Jugendselbstorganisation von Roma und Nichtroma in Nordrhein-Westfalen Terno Drom e. V.

Im Rahmen des Vortages wird der Rassismus gegen Sinti und Roma als ein historisch gewachsener Rassismus gegenüber als archaisch markierten Menschen dargelegt. Es wird auf die Wechselwirkung und die Abgrenzung gegenüber dem Kolonialrassismus und auch gegenüber dem Antisemitismus eingegangen. Besondere Bedeutung hat der Rassismus gegenüber Sinti und Roma im Zusammenhang der Leistungsgesellschaft als Teil des Neoliberalismus. Mit der Finanzkrise hat sich der Rassismus gegenüber Roma in Osteuropa verstärkt. Nicht zuletzt ist diese Analyse wichtig, um daraus Rückschlüsse, Konzepte und Handlungen zu folgern. Das gilt insbesondere für eine Gesellschaft, die auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung beruht und somit auch für eine demokratische Stadtgesellschaft. Daraus ergibt sich insbesondere, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden müssen, obwohl diese Erkenntnisse oft als zu theoretisch diskreditiert werden.

 

Kooperationspartner und Förderer

Die Veranstaltungsreihe wird vom Arbeitskreis Antiziganismus im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung durchgeführt in Kooperation mit dem Zentrum für  Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie.

Sie wird gefördert durch die Amadeu Antonio Stiftung und durch den AStA der Uni Duisburg/Essen.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Download:

Plakat der Veranstaltungsreihe als PDF-Datei
Flyer der Veranstaltungsreihe als PDF-Datei

Vortrag: Der Islam – Dogma oder Vielfalt. Teil 2 – 15.12.2017

Ein Vortrag des Juristen und Islamrechtlers Dr. Cefli Ademi (Zentrum für islamische Theologie der Uni Münster) im DISS (Siegstraße 15, 47051 Duisburg) am 15.12.2017, um 19:00 Uhr

 

Eine Veranstaltung des DISS in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

 

Seit über einem Jahrzehnt ist der Islam in der deutschsprachigen Medien- und Kulturlandschaft ein dominantes Thema. Dabei werden Begriffe wie Scharia und Dschihad häufig synonym verwendet und mit Gewalt, Unterdrückung und Ausgrenzung in Zusammenhang gebracht. Vor dem Hintergrund einer solch stereotypen Wahrnehmung wird die islamische Religionsgemeinschaft als monolithischer Block wahrgenommen und die islamische Glaubenspraxis als eine von Dogmen gesteuerte Lebensweise missverstanden. Im Rahmen dieser Vortragsreihe möchten wir den Blick von diesen Stereotypen lösen und einen Zugang zu einem differenzierteren Verständnis des Islams ermöglichen.

Im zweiten Teil dieser Vortragsreihe sollen die Herausforderungen für den Islam in Europa erörtert werden. Dabei soll insbesondere im Vordergrund stehen, entlang welcher Leitlinien diese Herausforderungen zukunftsträchtig im Rahmen der Gesamtgesellschaft gelöst werden könnten. Umgekehrt wäre die Frage von Interesse, welchen konstruktiven Beitrag der Islam und die islamische Gemeinschaft in Europa leisten können.

Veranstaltungsreihe in Hamm, 18.10. bis 13.12.2017

Mit einem neuen Format – den „WERKSTADT-Gesprächen“ – lädt die „WERKSTADT für Demokratie und Toleranz“ in Hamm zu acht Vorträgen und Gesprächen mit Expertinnen und Experten aus dem „Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung“ (DISS) ein. Themen wie Rassismus und Rechtsextremismus, aber auch die AfD, Hate Speech in den sozialen Medien oder die aktuellen Debatten um Flucht und Asyl stehen dabei im Mittelpunkt.

„Die Idee der Veranstaltungsreihe ist, mit renommierten Fachleuten über Ausformungen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) ins Gespräch zu kommen und deren Bedeutung für das Geschehen in Hamm herauszuarbeiten“, erläutert Benjamin Kerst von der WEKRSTADT für Demokratie und Toleranz. Zu Beginn gibt es immer einen Impuls-Vortrag. Die Kölner Silvester-Ereignisse und ihre politischen Folgen kommen ebenso auf die Tagesordnung wie die unzulässig vereinfachende Gleichsetzung von „ganz rechts“ und „ganz links“ in bestimmten politischen Debatten. Benjamin Kerst, von der WERKSTADT für Demokratie und Toleranz ist froh, „das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung als hochkarätige Kooperationspartnerin gewonnen zu haben“.

„Wir möchten auf diese Weise über Themen informieren, die Bedeutung für das Hammer ‚Handlungskonzept gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ haben“, ist auch WERKSTADT-Mitarbeiterin Christina Vetter überzeugt, dass die Veranstaltungsreihe eine gute Mischung aus Information und Diskussion bietet. „Uns ist es wichtig, miteinander über die ganze Bandbreite von GMF und die Möglichkeiten, dem etwas entgegen zu halten, ins Gespräch zu kommen“, sind sich Vetter und Kerst, die die Veranstaltungsreihe entwickelt haben, einig.

Auftakt ist am Mittwoch, 18. Oktober 2017, um 18.30 Uhr mit einem WERKSTADT-Gespräch mit Isolde Aigner über „Die ‚Wahrheit‘ über Silvester. Die politischen Folgen der Silvester-Ereignisse von Köln.“ Mit Ausnahme des 1. Novembers wird dann bis zum 13. Dezember jeden Mittwoch von 18.30 bis 20.30 Uhr ein WERKSTADT-Gespräch stattfinden. Die ersten sechs Termine finden in der Evangelischen Jugendkirche Hamm (Oktober und November) statt, die Termine im Dezember im Helios-Theater Hamm.

 

 

Überblick über die Veranstaltungstermine

Die „Wahrheit“ über Silvester. Die politischen Folgen der Silvester-Ereignisse von Köln

Vortrag und Diskussion mit Isolde Aigner

Mittwoch den 18. Oktober, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

Von der Willkommenskultur zur Notstandsstimmung. Die Debatte um Flucht und Asyl 2015/2016 in deutschen Leitmedien

Vortrag und Diskussion mit Dr. Margret Jäger

Mittwoch den 25. Oktober, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

Trauer oder Heldenkult? Kriegsdenkmäler. Unreflektierte Traditionspflege und rechte Vereinnahmungsversuche

Vortrag und Diskussion mit Martin Dietzsch

Mittwoch den 08. November, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

Das rechte Geschlecht. Geschlechterbilder im Rechtsextremismus

Vortrag und Diskussion mit Dr. Regina Wamper

Mittwoch den 15. November, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

„Volksverräter“! Sprache und Ausgrenzung. Strategien gegen Herabsetzung

Vortrag und Diskussion mit Dr. Jobst Paul

Mittwoch den 22. November, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

Feindschaft gegen Sinti und Roma in Deutschland. Am Beispiel aktueller Medienberichte

Vortrag und Diskussion mit Zakaria Rahmani

Mittwoch den 29. November, 18.30, Ev. Jugendkirche Hamm, Nassauerstraße 49

Die Neue Rechte und die AfD. Geistiger Bürgerkrieg
Vortrag und Diskussion mit Helmut Kellershohn

Mittwoch den 06. Dezember, 18.30, Helios Theater Hamm, Willy-Brandt-Platz 1d

Rechts gleich links? Geschichte und Effekte eines problematischen Vergleichs

Vortrag und Diskussion mit Jens Zimmermann

Mittwoch den 13. Dezember, 18.30, Helios Theater Hamm, Willy-Brandt-Platz 1d

Quelle: Kirchenkreis Hamm

Vortrag von Dr. Cefli Ademi im DISS, 27.10.2017

Der Islam: Dogma oder Vielfalt?

(Teil 1)

Ein Vortrag des Juristen und Islamrechtlers Dr. Cefli Ademi (Zentrum für islamische Theologie der Uni Münster) im DISS (Siegstraße 15, 47051 Duisburg) am 27.10.2017, um 19:00 Uhr

Eine Veranstaltung des DISS in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

 

Seit über einem Jahrzehnt ist der Islam in der deutschsprachigen Medien- und Kulturlandschaft ein dominantes Thema. Dabei werden Begriffe wie Scharia und Dschihad häufig synonym verwendet und mit Gewalt, Unterdrückung und Ausgrenzung in Zusammenhang gebracht. Vor dem Hintergrund einer solch stereotypen Wahrnehmung wird die islamische Religionsgemeinschaft als monolithischer Block wahrgenommen und die islamische Glaubenspraxis als eine von Dogmen gesteuerte Lebensweise missverstanden. Im Rahmen dieser Vortragsreihe möchten wir den Blick von diesen Stereotypen lösen und einen Zugang zu einem differenzierteren Verständnis des Islams ermöglichen.

Im ersten Teil dieser Vortragsreihe soll dargelegt werden, warum der Islam kein starres Konstrukt diverser Dogmen darstellt bzw. darstellen sollte. Thematisiert werden soll, in welchem Rahmen eine zeitgemäße und interpretationsoffene Auslegung der Glaubenspraxis zu den fundamentalen Prinzipen des Islams gehört. In diesem Zusammenhang soll die Rolle und die Bedeutung der Scharia näher bestimmt werden.