Sammelband zum Institutionellen Rassismus

In der DISS Online-Bibliothek ist ab sofort der Sammelband zum Thema Institutioneller Rassimus aus dem Jahr 2002 kostenlos als PDF abrufbar.

Margarete Jäger und Heiko Kauffmann (Hg.)
Leben unter Vorbehalt
Institutioneller Rassismus in Deutschland

 

Aus der Einleitung:

Unter Institutionellem Rassismus sind rassistische Praxen zu verstehen, die aus Institutionen hervorgehen. Kennzeichnend für Institutionellen Rassismus ist, dass er durch Verordnungen und Gesetze verdeckt wird, in die rassistisches Wissen eingegangen ist. Diejenigen, die diese Verordnungen durchsetzen, können diese zwar durchaus billigen oder auch nicht; entscheidend ist die institutionelle Struktur, die für die Produktion von Rassismus verantwortlich ist. Es versteht sich, dass dieser Begriff ausgesprochen umstritten ist, vor allem bei denjenigen, die solche Diskriminierungen offenbar nicht wahrhaben und vor allem nicht beseitigen wollen.

Inhalt

Zum Begriff »Institutioneller Rassismus«

Siegfried Jäger und Margarete Jäger
Das Dispositiv des Institutionellen Rassismus
Eine diskurstheoretische Annäherung

Jürgen Link
Institutioneller Rassismus und Normalismus

Flucht und Asyl

Heiko Kauffmann
Leben unter Vorbehalt
10 Jahre Kinderrechtskonvention in Deutschland

Andrea Kothen, PRO ASYL
Rassismus hat viele Gesichter
Die soziale Ausgrenzung von Flüchtlingen

Michael Stoffels
‚Residenzpflicht‘.
Zur Tradition einer rassistischen Auflage für Ausländer.

Kai Weber
Abschiebung in die Folterkammer
Deutsche Asylpolitik am Beispiel der kurdischen Flüchtlinge

Heiko Kauffmann
Ein System organisierter Unmenschlichkeit
Abschiebungshaft in Deutschland

Ute Kurzbein und Frank Hartmann
Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen
Eine jährlich aktualisierte Dokumentation der Antirassistischen Initiative Berlin (ARI)

Karl Kopp
Asylrechtlicher Marathon nach Europa
Ein Wettlauf von Schäbigkeiten

Sigrid Töpfer
»Ungleiche Sachverhalte dürfen ungleich behandelt werden«
Diskriminierung durch Gesetze, Vorschriften und Richtlinien

Einwanderung

Andrea Kothen
»Es sagt ja keiner, dass wir keine Ausländer annehmen .«
Zugangsbarrieren für Flüchtlinge und Migrantinnen im System der sozialen Regeldienste

Cordula Baldauf
Institutioneller Rassismus im Sozialamt
Eine diskursanalytische Studie

Thomas Quehl
Institutioneller Rassismus – ein Lackmustest auch für die Schule?

Ingrid Dietrich
Bildung als Instrument der Abgrenzung und Normierung

Beate Brüggemann und Rainer Riehle
Unter der Decke von Alltäglichkeit
Institutionelle Fremdenfeindlichkeit im Betrieb

Iris Bünger
Der Macpherson-Report
Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten gegen den institutionellen Rassismus in Großbritannien

Thomas Müller
Mikrophysik des Rassismus
Rassistische Formierungsprozesse auf lokaler Ebene – eine Fallstudie

Stefan Keßler
Jubeln oder Verzweifeln?
Flüchtlingsbewegung und Zuwanderungsgesetz

Jobst Paul
Christliche Dämonologie und Antisemitismus
Ein Arbeitsbericht

 

 

Netzfundstücke: Déjà-Vu

Der Westen veröffentlichte am 7.4.2015 den Artikel Rassismusforscher sehen Rechtsruck in Asyl-Debatte.

Sie erleben gerade ein Déjà-Vu, die Mitarbeiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS): „In den 90er Jahren sagten viele, „ich bin nicht ausländerfeindlich, aber…“ und am Ende brannten Häuser, starben Menschen in Hoyerswerda, Solingen. Heute sagen Menschen „Ich bin nicht rechts, aber…“ und spätestens im zweiten Satz äußern sie sich extrem rechts“, analysiert Martin Dietzsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Taten könne man nach solchen Äußerungen nicht ausschließen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel bitte hier: Rassismusforscher sehen Rechtsruck in Asyl-Debatte

 

 

Neue DISS Online-Broschüre: Spurensuche

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Martin Dietzsch, Bente Giesselmann und Iris Tonks
Spurensuche zur Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in Duisburg
Eine Handreichung für die politische Bildung
Veröffentlicht als kostenlose Online-Broschüre im Juni 2014
Diese Online-Broschüre gibt es auch zum Download und zum Ausdrucken als PDF-Datei.

Die Ereignisse, um die es hier geht, liegen viele Jahrzehnte zurück. Es gibt nur noch sehr wenige überlebende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die aus eigenem Erleben darüber berichten könnten. Die Tatorte sind nach wie vor im Stadtbild vorhanden. Sie sind stumm, denn sie sprechen nicht für sich. Doch sie können wieder zum Sprechen gebracht werden.
Erst seit wenigen Jahren dringt allmählich in das öffentliche Bewusstsein, dass das Schicksal der vom Naziregime verfolgten Sinti und Roma erforscht und gewürdigt werden muss. An den Sinti und Roma wurde ein systematischer, durch Rassenhass begründeter Völkermord verübt. Diese Tatsache wurde in der Nachkriegszeit jahrzehntelang verleugnet. Eine systematische wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte hat erst nach der Jahrtausendwende begonnen. […]

Anhand des exemplarischen Beispiels der Stadt Duisburg möchten wir aufzeigen, welche Spuren des Völkermords auch heute noch auffindbar sind und Anregungen dazu geben, wie man das Geschehen im Rahmen der politischen Bildung mit Jugendlichen plastisch werden lassen kann.
Zwar sind die Gegebenheiten und die Quellenlage in jeder Stadt verschieden. Doch wird man vieles aus dieser Broschüre auch auf andere Städte in NRW übertragen können und gegebenenfalls zur Grundlage eigener Recherchen machen können. […]

 

 

Inhalt

Vorwort    5
Chronologie zur Verfolgung der Duisburger Sinti und Roma während der Nazi-Zeit    6
Kurze Überblicksdarstellung zur NS-Verfolgung    10
Antiziganismus vom 15. bis zum 19. Jahrhundert    10
Erfassung    11
„Asozialität“    11
TäterInnen: Kommunen, Kripo und RHF    12
Festsetzung, Deportation und Ermordung    13
Verfolgung in Duisburg    14
Widerstand    15
Weiterführende Materialien    15
Antiziganismus    17
Vorurteile und Ressentiments    18
Perspektivwechsel    18
Stichwort Romantik    20
Stichwort Kultur    20
Zum Weiterlesen    20
Begriffe    22
„Sinti und Roma“    22
„Zigeuner“    23
„Romanes“    23
„Porajmos“    24
Zum Weiterlesen…    24
Spurensuche in Duisburg    25
Auf den ersten Blick erinnert nichts…    25
Vier Stolpersteine auf der Koloniestraße    25
Schriftliche Quellen    26
Archive    28
Stadtbibliothek Duisburg    28
Stadtarchiv Duisburg    30
VVN-BdA Dokumentationszentrum „Mathias Thesen und Wilhelmine Struth“    33
DenkStätte für Erinnerungskultur    34
Landesarchiv NRW    36
Literaturrecherche Duisburg    37
Orte und Tatorte – gestern und heute    38
Holzgasse 4-6 in Stadtmitte    39
Weidenweg in Kaßlerfeld    43
Musfeldstraße in Stadtmitte    49
Koloniestraße in Neudorf    54
Kontinuitäten    61
Ideen für den Unterricht    70
Hinführung zum Thema    70
Medienanalysen    70
Filme    71
Besuch der Stadtbibliothek, des Stadtarchivs oder Online-Recherche    71
Erarbeitung einer Broschüre mit Arbeitsergebnissen    71
Stolpersteine    72
Recherche zum Projekt    72
Neuverlegung von Stolpersteinen    73
Pflege vorhandener Stolpersteine    74
Diskussion von Ambivalenzen    74
Ausflüge zu relevanten Orten in der Umgebung    74
Gedenkorte in NRW    75
Mahnmale in Düsseldorf    75
Das Otto-Pankok-Museum in Drevenack bei Wesel    77
Kartographie von Ereignissen    78
Geocaching    78
Projektwoche    78
Oral-History    79
Theaterpädagogische Zugänge    79
Bibliografie    82
Bücher    82
Filme    84
Websites    85
Kontaktadressen von Selbstorganisationen    88
Abbildungsnachweis    89
Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung    90

Die vollständige Broschüre können Sie hier abrufen: http://www.diss-duisburg.de/online-bibliothek/bucher-im-volltext/spurensuche-sinti-und-roma-in-duisburg/

Evaluation: "Born to be me – Für Vielfalt und Demokratie"

Autorin: Iris Tonks

Das DISS führt im Auftrag der Fachhochschule Düsseldorf FB Sozial- und Kulturwissenschaften Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus eine Evaluation des Xenos-Projektes „Born to be me“ durch. „Evaluation: "Born to be me – Für Vielfalt und Demokratie"“ weiterlesen