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Netzfundstück: Protonormalistische Anten

 
 

Jür­gen Link schreibt in sei­nem Blog Ban­ge­ma­chen gilt nicht zur aktu­el­len Debatte um die Äuße­run­gen von Thilo Sarrazin:

Nun ver­tei­di­gen sie ihre “Migran­tin­nen und Migran­ten” gegen Sar­ra­zin, unsere Migran­tin­nen– und Migranten-Forscherinnen und –for­scher, ver­liebt wie sie sind in ihren Begriff “Migran­tin­nen und Migran­ten”. Der klingt ja auch so wis­sen­schaft­lich, genau wie Reprä­sen­tant und Signi­fi­kant. Damit kann man viel­leicht sogar Exzel­lenz wer­den, mit der Migran­tin­nen– und Migran­ten­for­schung, ins­be­son­dere der Migran­tin­nen– und Migranten-Kinder-Defizite-Forschung. Bloß: Warum kommt das bei “den Men­schen” (Angela Mer­kel) irgend­wie schlecht an und wirkt viel­leicht sogar wie Was­ser auf Sar­ra­zins Mühle?

Weil es die Anten in der deut­schen Sprach-, Dis­kurs– und Kul­tur­ge­schichte so in sich haben.

[…]

Warum scheut der “deut­sche” Dis­kurs die sehr deut­schen Signi­fi­kan­ten EINWANDERER UND EINWANDERINNEN wohl so sehr? So sehr, dass er selbst dort, wo er ein deut­sche­res Wort als “Migran­ten” vor­zieht, pedan­tisch und skru­pu­lan­tisch “Zuwan­de­rin­nen und Zuwan­de­rer” sagen muss? (Wäh­rend er Aus­wan­de­rer glatt über die Zunge bringt – und nicht etwa Abwan­de­rer sagen muss.)Etwas theo­re­ti­scher gefasst: Die Anten gehö­ren dis­kurs­his­to­risch zum Pro­to­nor­ma­lis­mus, d.h. zu jener Auf­fas­sung von “Nor­ma­li­tät”, die auf star­ren Gren­zen von Normalitäts-Klassen auch inner­halb einer “Popu­la­tion” beruht. (Aus­führ­lich dar­ge­stellt im “Ver­such über den Nor­ma­lis­mus”.) Also genau zu jener Spiel­art des Nor­ma­lis­mus, für die Sar­ra­zin plä­diert, deren Wiederbelebungs-Manifest er gerade publi­ziert hat. Wenn irgend­ei­nem, dann pas­sen ihm die MIGRANTINNEN UND MIGRANTEN glatt ins Kon­zept – egal ob gegen oder “für” sie plä­diert wird.

Lesen Sie den voll­stän­di­gen Text von Jür­gen Link: “Migran­tin­nen und Migran­ten”: In die­sem Zei­chen kön­nen sie nur verlieren

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