Monatliches Archiv für März, 2010

Netzfundstück: Diskurslinguistik

Im „Forum: Qua­li­ta­tive Sozi­al­for­schung“ (FQS) erschien eine inter­es­sante Rezen­sion zum Sta­tus der Dis­kurs­lin­gu­is­tik, in der auch aus­führ­lich auf die „Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­lyse“ des DISS ein­ge­gan­gen wird.

Review Essay: Was ist der Bei­trag der Dis­kurs­lin­gu­is­tik für die Fou­cault­sche Dis­kurs­ana­lyse? (Rai­ner Diaz-Bone)

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Schulungsmaterial für den Nachwuchs

Das „Insti­tut für Staats­po­li­tik“ setzt auf Elitenbildung

Autor: Hel­mut Kellershohn

Unlängst ver­öf­fent­lichte das „Insti­tut für Staats­po­li­tik“ den ers­ten Band ihres „Staatspolitische(n) Handbuch(s)“ mit dem Titel „Leit­be­griffe“: Ein „Wör­ter­buch“ zum leich­te­ren Gebrauch kon­ser­va­ti­ver Welt­an­schau­ung für die zukünf­tige jung­kon­ser­va­tive Elite.

Jede poli­ti­sche Bewe­gung kennt ihre ‚Klas­si­ker’, um deren Exegese und aktua­li­sie­rende Inter­pre­ta­tion sie sich immer und immer wie­der bemüht; sie ver­fügt zumeist über eine reich­hal­tige Lite­ra­tur, in der die ver­schie­de­nen Ver­äs­te­lun­gen ihres Welt­bil­des und die bren­nen­den Fra­gen des poli­ti­schen Tages­kamp­fes in immer neuen Spe­zi­al­stu­dien aus­ge­leuch­tet wer­den. Und sie kennt ihre ‚Kom­pen­dien’, in denen das „Grund­wis­sen“ lehr­buch– oder lexi­kon­ar­tig zusam­men­ge­fasst und für die Anhän­ger der Bewe­gung mehr oder weni­ger leicht ver­dau­lich auf­be­rei­tet wird.

Um ein sol­ches Kom­pen­dium han­delt es sich bei dem kürz­lich im Ver­lag „Edi­tion Antaios“ erschie­ne­nen ers­ten Band des „Staats­po­li­ti­schen Hand­buchs“ des „Insti­tuts für Staats­po­li­tik“ (IfS), bekannt­lich die Denk­fa­brik des jung­kon­ser­va­ti­ven Flü­gels der Neuen Rech­ten. In der Form eines „Wör­ter­buchs“ hat hier der Autor Karl­heinz Weiß­mann an die hun­dert „Leit­be­griffe“ zusam­men­ge­tra­gen, von denen er annimmt, dass sie zum Kanon „der kon­ser­va­ti­ven Welt­an­schau­ung“ gehö­ren. ‚Schu­lungs­ma­te­rial für den Nach­wuchs’ weiterlesen …

Konservative Reconquista?

Aus dem Umkreis der Jun­gen Frei­heit wird eine erneute Atta­cke gegen die CDU-Führung vorgetragen.

Autor: Hel­mut Kellershohn

Wir erin­nern uns: Als der Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Mar­tin Hoh­mann wegen sei­ner mit anti­se­mi­ti­schen Anspie­lun­gen gespick­ten Rede aus der CDU aus­ge­schlos­sen wer­den sollte, orga­ni­sierte ein Sym­pa­thi­san­ten­kreis einen Auf­ruf zu Guns­ten Hoh­manns. Damals fiel auf, dass ein Groß­teil der Erst­un­ter­zeich­ner mit der jung­kon­ser­va­ti­ven Wochen­zei­tung „Junge Frei­heit“ (JF) in Ver­bin­dung gebracht wer­den konnte. Zur­zeit wie­der­holt sich die­ses Schau­spiel, dies­mal jedoch im Rah­men einer neuen Kon­stel­la­tion und – vor allem – auf einer brei­te­ren Basis.

Am 13. Februar ver­öf­fent­lichte eine Gruppe von kon­ser­va­ti­ven Zeit­ge­nos­sen auf Initia­tive des Rechts­an­walts Friedrich-Wilhelm Sie­be­cke ein „Mani­fest gegen den Link­s­trend“ in der CDU. ‚Kon­ser­va­tive Recon­quista?’ weiterlesen …

Gedenken

Heute vor einem Jahr über­fiel der 17jährige Tim K. die Albertville-Realschule in Win­nen­den und erschoss 15 Men­schen sowie sich selbst. Wäh­rend die Region das Trauma noch längst nicht über­wun­den hat, geden­ken man­che Medien auf ihre Weise: Die Rhei­ni­sche Post ver­öf­fent­licht die Top 27 der „schlimms­ten Amok­läufe an Schu­len“. Der lokale Schwarz­wäl­der Bote bie­tet dem Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Guido Grandt gleich in zwei Arti­keln [12] ein Forum. Die unver­meid­li­che Bild­zei­tung insze­niert das Grauen auf ihrer Home­page mit einem „Minu­ten­pro­to­koll“ der Tat. Dar­un­ter plat­ziert sie ein Wer­be­ban­ner: „Der Amok­lauf von Win­nen­den — Alle News! Alle Infos! Alle Videos!“

Bild­schirm­foto: bild.de 11.3.2010

Ja, so kann man den Jah­res­tag einer schreck­li­chen Gewalt­tat auch begehen.
Wer sich lie­ber dif­fe­ren­ziert mit dem Thema beschäf­ti­gen will, dem legen wir fol­gen­den Arti­kel ans Herz:
Amok-Diskurse: Ver­an­la­gung, Ver­bre­chen, psy­chi­sche Krank­heit?
von Rolf van Raden, In: DISS-Journal 18/2009, S. 13ff.
» Die gesamte Aus­gabe als pdf-Datei.
Wie poli­tisch sind indi­vi­du­elle Gewalt­ta­ten? Wie wer­den sie dis­kur­siv ver­ar­bei­tet? Und wel­che macht­för­mi­gen Pro­zesse sind für ihre Inter­pre­ta­tion ver­ant­wort­lich? Die­sen Fra­gen geht DISS-Mitarbeiter Rolf van Raden in sei­ner Stu­die „Pati­ent Mas­sen­mor­der. Der Fall Ernst Wag­ner und die bio­po­li­ti­schen Dis­kurse“ nach. Das Buch ana­ly­siert die bis heute andau­ernde Wir­kungs­ge­schichte eines his­to­ri­schen Mord­falls aus dem Jahr 1913. Es ist der Fall eines Täters, den die Presse aus­ge­rech­net vor genau einem Jahr erneut pro­mi­nent machte — näm­lich als den „ers­ten Amok­läu­fer von Win­nen­den“. Das Buch ist in der Edi­tion DISS im Unrast Ver­lag erschie­nen und natür­lich im Han­del erhält­lich. Wei­tere Infor­ma­tio­nen beim Unrast Ver­lag.

Netzfundstück: Deutschlandradio

Der Rund­funk­sen­der „Deutsch­land­ra­dio Kul­tur“ sen­dete am 8.3.2010 in sei­ner Reihe „Zeit­fra­gen“ einen Bei­trag von Katja Bigalke: Poli­tisch kor­rekt abge­fer­tigt — Was man in Deutsch­land sagen darf. In die­sem Bei­trag sind auch meh­rere kurze State­ments unse­rer Mit­ar­bei­te­rin Mar­ga­rete Jäger enthalten.

Das Sen­de­ma­nu­skript fin­den Sie HIER als PDF-Datei

Den Mit­schnitt der Sen­dung kön­nen Sie HIER als mp3-Datei abrufen.