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Netzfundstück: Hymnen, Flaggen, Fangesänge

Der Internet-Sender detektor.fm aus leip­zig sen­dete heute ein Inter­view mit DISS-Mitarbeiter Jens Zim­mer­mann zum Thema »Hym­nen, Flag­gen, Fan­ge­sänge — wie weit ist es zur Menschenfeindlichkeit?«.

Anmo­de­ra­tion:

Fuß­ball ver­bin­det. Doch lei­der sind oft­mals auch Ras­sis­mus, Homo­pho­bie und Men­schen­feind­lich­keit mit im Sta­dion. Ein Inter­view über Flag­gen, Hym­nen und die Gret­chen­frage, wie­viel unbe­schwer­tes Fei­ern erlaubt ist.

Eigent­lich ist es ja das nor­malste der Welt: die Flag­gen und Fah­nen, die zur WM über­all auf­tau­chen. Natür­lich drückt man sei­nem Hei­mat­land die Dau­men – und warum sollte man das nicht auch zei­gen. Das Ganze hat aber manch­mal auch eine Kehr­seite – und die ist für die, die im Fei­er­tau­mel sind, nur schwer zu erken­nen: Ras­sis­mus und Frem­den­feind­lich­keit im Sport. Wäh­rend eines sol­chen Groß­er­eig­nis­ses wie der WM tref­fen ver­schie­denste Natio­nen auf­ein­an­der. Die Frage ist also: baut sowas Vor­ur­teile ab? Oder bre­chen sie dadurch erst recht auf?

Dar­über spre­chen wir jetzt mit einem Exper­ten vom  Duis­bur­ger Insti­tut für Sprach– und Sozi­al­for­schung, kurz DISS. Dort wird seit 1987 beob­ach­tet und erforscht, wie sich Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und sozia­ler Aus­gren­zung in der Gesell­schaft ent­wi­ckeln, wie dar­über debat­tiert wird, wo es sich fest­setzt. Die For­scher spre­chen dabei von Dis­kur­sen. Und wie prä­sent sol­che men­schen­feind­li­chen Dis­kurse im Fuß­ball sind, das fra­gen wir Jens Zim­mer­mann vom DISS.

Das Inter­view kön­nen Sie als mp3-Audio-Datei von der Web­site von detektor.fm her­un­ter­la­den (8:20 Minu­ten, 8 MB):

http://detektor.fm/download/?file=/images/uploads/mp3/Jens_Zimmermann_ber_Rassismus_und_Fremdenfeindlichkeit_im_Fuball_WEBSITE_1.mp3

Neuerscheinung: Lexikon Kritische Diskursanalyse

Der neuste Band in der Edi­tion DISS im Unrast Ver­lag ist ab sofort lieferbar:

Sieg­fried Jäger / Jens Zim­mer­mann (Hg.) in Zusam­men­ar­beit mit der Dis­kurs­werk­statt im DISS
Lexi­kon Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­lyse
Eine Werk­zeug­kiste

ISBN: 978–3-89771–755-8
Aus­stat­tung: br., 144 Sei­ten
Preis: 16.00 Euro
Edi­tion DISS Band: 26

Das Lexi­kon Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­lyse führt mit annä­hernd zwei­hun­dert Begrif­fen in die theo­re­ti­schen und metho­di­schen Grund­la­gen der Kri­ti­schen Dis­kurs­ana­lyse (KDA) ein. Dar­über hin­aus will diese „Gemein­schafts­ar­beit“ der Dis­kurs­werk­statt auch zen­trale Gedan­ken­gänge dis­kurs­ana­ly­ti­schen und dis­kurs­theo­re­ti­schen Arbei­tens ver­mit­teln. Ein­ge­lei­tet wird der hun­dert­sei­tige Lexi­ko­n­ap­pa­rat durch einen Ein­füh­rungs­auf­satz, der das begriff­li­che Netz der KDA ent­fal­tet und so die Ein­ord­nung der Lexi­kon­ar­ti­kel in den theo­re­ti­schen Gesamt­kon­text erleich­tert. Es kann somit kom­ple­men­tär zur „Kri­ti­schen Dis­kurs­ana­lyse. Eine Ein­füh­rung“ gele­sen wer­den und so ein tie­fe­res Ver­ständ­nis der Theo­rie­ar­chi­tek­tur und des metho­di­schen Vor­ge­hens ermög­li­chen.
Das Lexi­kon rich­tet sich neben Stu­den­tIn­nen und Leh­ren­den an „poli­tisch Prak­ti­zie­rende“ und ver­sucht, für dis­kurs­ana­ly­ti­sche Per­spek­ti­ven auf Poli­tik zu sen­si­bi­li­sie­ren. Die KDA stellt dabei das Rüst­zeug zur Ana­lyse gesell­schaft­li­cher Kon­struk­tio­nen wie z.B. „Gen­der“ oder „Eth­nie“ sowie hege­mo­nia­ler Iden­ti­tä­ten und Poli­tik­for­men zur Ver­fü­gung. Durch das auf diese Weise gewon­nene Ver­ständ­nis dis­kur­si­ver Pro­zesse kön­nen poli­ti­sche Akti­ons– und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men offen­ge­legt und — wo es Not tut — kri­ti­siert wer­den. Als ange­wandte Dis­kurs­theo­rie kann Dis­kurs­ana­lyse sich inter­dis­zi­pli­när kri­tisch mit gesell­schaft­li­chen Deu­tungs– und Wirk­lich­keits­pro­duk­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen und es ermög­li­chen, Gegen­stra­te­gien zu hege­mo­nia­ler Poli­tik zu formulieren.

Netzfundstück: Diskurslinguistik

Im „Forum: Qua­li­ta­tive Sozi­al­for­schung“ (FQS) erschien eine inter­es­sante Rezen­sion zum Sta­tus der Dis­kurs­lin­gu­is­tik, in der auch aus­führ­lich auf die „Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­lyse“ des DISS ein­ge­gan­gen wird.

Review Essay: Was ist der Bei­trag der Dis­kurs­lin­gu­is­tik für die Fou­cault­sche Dis­kurs­ana­lyse? (Rai­ner Diaz-Bone)

Voll­text: html pdf

Diskurswerkstatt in Rom

Der Sprach­wis­sen­schaft­ler Jörg Senf bie­tet an der römi­schen Uni­ver­si­tät „Sapi­enca“ eine Dis­kurs­werk­statt nach dem Mus­ter der Dis­kurs­werk­statt im DISS an. Nach einer Ein­füh­rung in die Kri­ti­sche Dis­kurs­ana­lyse (KDA) sol­len die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer eigene kleine Dis­kurs­ana­ly­sen zu bri­san­ten The­men durchführen.

Ort: Uni „Sapi­enza“, Rom, Fakul­taet „Sci­enze poli­ti­che“, Fach­be­reich „Lingue per le poli­ti­che pubb­li­che“, Hoer­saal C
Zeit: 4. Maerz — 27. Mai, jeden Don­ners­tag 17.30 –19.00 Uhr