Tags Archiv für 'Rassismus'

EuroPhantasien (1995) als e-book

Der lange ver­grif­fene Band  Euro­Phan­ta­sien von Irm­gard Pinn und Mar­lies Weh­ner aus dem Jahr 1995 ist jetzt als e-book in unse­rem Text­ar­chiv abruf­bar (Kli­cken Sie bitte auf die Abbil­dung des Covers).

Irm­gard Pinn und Mar­lies Weh­ner
Euro­Phan­ta­sien
Die isla­mi­sche Frau aus west­li­cher Sicht

Elek­tro­ni­sche Fas­sung, erstellt im Juli 2010
Copy­right 1995/2010: DISS

Aus dem Vor­wort der Auto­rin­nen (1995):

Das west­li­che Bild der Mus­li­min basiert wesent­lich auf Pro­jek­tio­nen »abend­län­di­scher« Werte und Gefühle. Es ist Bestand­teil eines Gegen­ent­wur­fes zur »euro­päi­schen Zivi­li­sa­tion« und dient in ers­ter Linie der Kon­sti­tu­tion und Sta­bi­li­sie­rung einer deut­schen bzw. »abend­län­di­schen« Iden­ti­tät. Uns geht es im fol­gen­den weni­ger darum – und das sei vorab beson­ders betont –, wie es in isla­mi­schen Län­dern nun wirk­lich zugeht oder was wirk­lich im Koran über die Frau gesagt wird. Unser Anlie­gen ist es viel­mehr, Kli­schee­bil­der und deren Kon­struk­ti­ons– und Repro­duk­ti­ons­prin­zi­pien auf­zu­zei­gen sowie die Dis­kus­sion dar­über anzu­re­gen, wie Mecha­nis­men der Aus­gren­zung auch in pro­gres­si­ven, lin­ken, femi­nis­ti­schen, inter­na­tio­na­lis­ti­schen Krei­sen wir­ken, wel­che Funk­tion sie haben und wie der­ar­tige Denk– und Hand­lungs­blo­cka­den über­wun­den wer­den könnten.“

Der lange ver­grif­fene Band Euro­Phan­ta­sien von Irm­gard Pinn und Mar­lies Weh­ner aus dem Jahr 1995 ist jetzt als e-book in unse­rem Text­ar­chiv abrufbar.

DJ19: Arenen der Identität

Die­ser Arti­kel stammt aus der Aus­gabe 19 des DISS-Journal, die im Juni 2010 erschien. Hier fin­den Sie das kom­plette DISS-Journal 19 als PDF-Datei (8 MB)

Are­nen der Identität

Fuß­ball­kul­tur und Rassismus

Autor: Jens Zimmermann

Der 19-jährige Stür­mer von Inter Mai­land Mario Balo­telli ist das größte Talent, das der ita­lie­ni­sche Fuß­ball in den letz­ten Jahr­zehn­ten her­vor­ge­bracht hat. Doch wenn er den Platz betritt, dann dau­ert es meist nicht lang, bis ras­sis­ti­sche Gesänge und Rufe durch das Sta­dion hal­len – auch von den eige­nen Fans. Balo­telli ist der Sohn gha­nai­scher Ein­wan­de­rer und besitzt mitt­ler­weile die ita­lie­ni­sche Staats­bür­ger­schaft. Was die Fans von Juven­tus Turin davon hal­ten, konnte man beim Gast­spiel der Inte­risti laut­stark hören: „Es gibt keine schwar­zen Italiener.“In Ita­lien ist man, was ras­sis­ti­sche Fan-Ausfälle angeht, eini­ges gewohnt. Und auch auf dem Platz liegt die Hemm­schwelle nicht gerade hoch. So ent­bot der Stür­mer Paolo di Canio von Lazio Rom nach Toren regel­mä­ßig den faschis­ti­schen Gruß und zeigte dabei seine „Dux“-Tätowierung – und auch der ehe­ma­lige ita­lie­ni­sche Natio­nal­tor­hü­ter Chris­tian Abbiati plau­derte in der Gaz­zetta dello Sport offen über seine Bewun­de­rung für die faschis­ti­sche Ideologie.

Sol­che offe­nen Bekennt­nisse zu Ras­sis­mus und Faschis­mus kennt man hier­zu­lande von Bun­des­li­ga­stars und Natio­nal­spie­lern nicht. Hier bricht das Res­sen­ti­ment eher abseits der Kame­ras aus. DJ19: Are­nen der Iden­ti­tät’ weiterlesen …

Netzfundstück: Hymnen, Flaggen, Fangesänge

Der Internet-Sender detektor.fm aus leip­zig sen­dete heute ein Inter­view mit DISS-Mitarbeiter Jens Zim­mer­mann zum Thema »Hym­nen, Flag­gen, Fan­ge­sänge — wie weit ist es zur Menschenfeindlichkeit?«.

Anmo­de­ra­tion:

Fuß­ball ver­bin­det. Doch lei­der sind oft­mals auch Ras­sis­mus, Homo­pho­bie und Men­schen­feind­lich­keit mit im Sta­dion. Ein Inter­view über Flag­gen, Hym­nen und die Gret­chen­frage, wie­viel unbe­schwer­tes Fei­ern erlaubt ist.

Eigent­lich ist es ja das nor­malste der Welt: die Flag­gen und Fah­nen, die zur WM über­all auf­tau­chen. Natür­lich drückt man sei­nem Hei­mat­land die Dau­men – und warum sollte man das nicht auch zei­gen. Das Ganze hat aber manch­mal auch eine Kehr­seite – und die ist für die, die im Fei­er­tau­mel sind, nur schwer zu erken­nen: Ras­sis­mus und Frem­den­feind­lich­keit im Sport. Wäh­rend eines sol­chen Groß­er­eig­nis­ses wie der WM tref­fen ver­schie­denste Natio­nen auf­ein­an­der. Die Frage ist also: baut sowas Vor­ur­teile ab? Oder bre­chen sie dadurch erst recht auf?

Dar­über spre­chen wir jetzt mit einem Exper­ten vom  Duis­bur­ger Insti­tut für Sprach– und Sozi­al­for­schung, kurz DISS. Dort wird seit 1987 beob­ach­tet und erforscht, wie sich Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und sozia­ler Aus­gren­zung in der Gesell­schaft ent­wi­ckeln, wie dar­über debat­tiert wird, wo es sich fest­setzt. Die For­scher spre­chen dabei von Dis­kur­sen. Und wie prä­sent sol­che men­schen­feind­li­chen Dis­kurse im Fuß­ball sind, das fra­gen wir Jens Zim­mer­mann vom DISS.

Das Inter­view kön­nen Sie als mp3-Audio-Datei von der Web­site von detektor.fm her­un­ter­la­den (8:20 Minu­ten, 8 MB):

http://detektor.fm/download/?file=/images/uploads/mp3/Jens_Zimmermann_ber_Rassismus_und_Fremdenfeindlichkeit_im_Fuball_WEBSITE_1.mp3

Die Deutsche Gildenschaft und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus

Im „Dienst an der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Revo­lu­tion“
Die Deut­sche Gil­den­schaft und ihr Ver­hält­nis zum Natio­nal­so­zia­lis­mus

Autor: Hel­mut Kellershohn

[Bitte beach­ten Sie den Link zum Down­load des kom­plet­ten Tex­tes am Ende die­ses Blog­ein­trags]

Die Geschichte der Deut­schen Gil­den­schaft (DG), einer aka­de­mi­schen Kor­po­ra­tion, die mitt­ler­weile auf eine rund acht­zig­jäh­rige Tra­di­tion zurück­bli­cken kann, ist aufs engste mit der Geschichte der deut­schen Jugend­be­we­gung, ins­be­son­dere mit der der Bün­di­schen Jugend ver­bun­den. Frei­lich ist selbst die Exis­tenz die­ser Kor­po­ra­tion einer grö­ße­ren Öffent­lich­keit im all­ge­mei­nen nicht bekannt, so daß es sinn­voll erschei­nen mag, zunächst ein Kurz­por­trät der Gil­den­schaft vor­an­zu­schi­cken, um von dort aus die Fra­ge­stel­lung nach dem Ver­hält­nis der Gil­den­schaft zum Natio­nal­so­zia­lis­mus auf­zu­wer­fen. ‚Die Deut­sche Gil­den­schaft und ihr Ver­hält­nis zum Natio­nal­so­zia­lis­mus’ weiterlesen …

Pro NRW und Die Reise nach Absurdistan

Autor: Michael Lausberg

Die Merkez-Moschee in Duis­burg der „Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Reli­gion“ (DITIB) ist eine isla­mi­sche Gebets­stätte im Stadt­teil Duisburg-Marxloh. Im Jahre 2004 wurde beschlos­sen, die pro­vi­so­ri­sche Moschee in einer frü­he­ren Zechen­kan­tine durch einen Moschee­neu­bau zu erset­zen. In einem eigens dafür gebil­de­ten Bei­rat saßen Ver­tre­te­rIn­nen der christ­li­chen Kir­chen, der Par­teien und aller rele­van­ten gesell­schaft­li­chen Grup­pen Marx­lohs. Die Moschee, die am 26.10.2008 eröff­net wurde, ist eine der größ­ten in der Bun­des­re­pu­blik. An der offi­zi­el­len Ein­wei­hung nah­men der katho­li­sche Bischof von Essen, Felix Genn, der Prä­ses der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land, Niko­laus Schnei­der, Minis­ter­prä­si­dent Jür­gen Rütt­gers und der Prä­si­dent des Amtes für reli­giöse Ange­le­gen­hei­ten der Tür­kei, Ali Barda­koglu, teil.1

In das Gebäude ist eine Begeg­nungs­stätte mit einer Islam-Bibliothek/Islam-Archiv, einem Bis­tro und meh­re­ren Semi­nar­räu­men inte­griert. Die Moschee mit einer inter­re­li­giö­sen und inter­kul­tu­rel­len Begeg­nungs­stätte steht unter dem Motto „Dia­log unter der Kup­pel“, das ein Mit­ein­an­der der Kul­tu­ren und Reli­gio­nen ermög­li­chen soll.2

Kurz nach der Eröff­nung der Merkez-Moschee hetzte Pro NRW gegen den Neu­bau, der „als Sym­bol der schlei­chen­den Isla­mi­sie­rung“ bezeich­net wurde.3 Ver­schwie­gen wurde von Pro NRW jedoch, das Pro NRW-Mitglied Gün­ther Kis­sel die Roh­bau­ar­bei­ten der Moschee durch­führte.4 ‚Pro NRW und Die Reise nach Absur­dis­tan’ weiterlesen …

  1. Frank­fur­ter All­ge­meine Zei­tung vom 25. Okto­ber 2008 []
  2. www.ditip-du.de/index.php?option=com_content&view=frontpage&Itemid=61 []
  3. Laus­berg, M.: Die Pro-Bewegung. Geschichte, Inhalte, Stra­te­gien der „Bür­ger­be­we­gung Pro Köln“ und der „Bür­ger­be­we­gung Pro NRW“, Müns­ter 2010, S. 68 []
  4. Köl­ner Stadt-Anzeiger vom 27.11.2007 []